Es gab Jahre, da war der Gastgeber der Turnierfavorit. Und hat den zweitägigen Anlass ei­nes seiner langjährigen Hauptsponsors auch gewonnen. Heuer dürfte dies aus zwei Grün­den eher nicht der Fall sein, denn mit den Tigers (wie sich die Südschweizer so gerne nennen) gastiert eine Equipe in der Sporthalle Birsfelden, die vielleicht nicht mehr jenes «Grande» (und unschlabare) Lugano vor zehn Jahren ist. Aber man darf sicher sein, dass Lugano auch in dieser Saison 2017/18 einer der Titelkandidaten sein wird.

Central Luzern stapelt, seit jeher, gerne tief. Und liebt die Rolle des «Underdog». Doch die Innerschweizer sind dies nicht, denn mit Austin Chatmann (USA) haben sie einen Spiel­macher, der in den bisherigen Testspielen stark aufspielte und viel punktete. Das gilt auch für den Center Eric Thompson; der Amerikaner setzte in der 2. Bundesliga ProA starke Duftmarken – und setzt diese auch in der Schweiz fort.

Internationaler Regionalligist

Die «Wings» pflegen mit den Panthers aus Villingen-Schwenningen einen ausgezeichneten Kontakt und Austausch. Und auch wenn die Süddeutschen «nur» in der vierthöchsten Spielklasse spielen – Cheftrainer Alan Velcic (einst Profi in der 1. Bundesliga bei Trier) ver­fügt über eine internationale Equipe, die Jahr für Jahr eigentlich den Aufstieg in die 2. Bundesliga (ProB) schafft, aber wegen «bürokratischen Hindernissen» auf die Promotion verzichtet. Sicher ist, dass die Deutschen garantiert die Stärke des Gastgebers und von Luzern haben.

Niederlage in Winterthur

Die Starwings sind jene Equipe, welche am spätestens mit der Saisonvorbereitung angefangen haben. Das hat viele, triftige Gründe. Am Mittwoch trug man das zweite Testspiel aus, wobei in Winterthur eine knappe Niederlage resultierte.

Gegen einen BCW, der längst nicht mehr «Kanonenfutter» in der Nationalliga A ist (wie in dessen 1. Spielzeit 2015/16), sondern «heuer einen guten Mittelfeldplatz anstrebt», wie Cheftrainer Daniel Rasljic heuer gegenüber dem «Landbote» unmissverständlich gesagt hat. Und neben drei starken US-Profis konnten die Zürcher eine Vielzahl von bestandenen Schweizer Nationallliga-A-Akteuren nach «Winti» lotsen. Und auch Jona Hoffmann, ein Deutscher U20-Nationalspie­ler, trägt die Farben des BC Winterthur, da er an der Hochschule St. Gallen studiert.

Erfreulich bei den Starwings, dass der neue Captain Alessandro Verga nach seinem Ver­kehrs-Selbstunfall die ersten Einsatzminuten bestreiten konnte. Superb der Auftritt von Rückkehrer Branislav Kostic, der bereits im ersten Testmatch gegen Neuchâtel (64:89) zu gefallen wusste. Jedenfalls wird der Vergleich vom Samstagnachmittag gegen den Erzri­valen Luzern aufzeigen, ob bei der Equipe von Cheftrainer Roland Pavloski die Automatis­men mehr greifen. «Noch müssen wir uns finden; das Spiel in Winterthur war hiefür sym­ptomatisch. Die ersten 20 Minuten waren unsererseits schwach; das dritte Viertel sehr gut, im Endabschnitt hatten wir Up and Downs», so der Birsfelder.

Première für die U23

Bekanntlich haben die Starwings heuer eine U23-Mannschaft für die Erstliga-Meisterschaft angemeldet. Somit wird es erstmals wieder nach vier Jahren einen «zweiten Anzug» ge­ben, aus dem einst Nationalliga-Akteure hervorgehen sollen.

Die von Pascal Donati be­treute Equipe bestreitet am Freitag, 15.09.2017 (20 Uhr) ein Testspiel gegen den bestande­nen Erstligisten BC Bären Kleinbasel, in dessen Reihen ehemalige Nationalteam- und Starwings-Akteure (wie Reto Schwaiger) stehen. Ein hoher Prüfstein für die U23, welche in Tat und Wahrheit ein Team von 16- bis 19-Jährigen ist, die gezielt, aber achtsam, auf Nationalliga-Niveau gebracht werden sollen.