Der RTV Basel begann den Halbfinal des Schweizer Cups mutig und frech, aber auch clever. Nach 15 Minuten lag der Aufsteiger mit 9:6 in Führung und der BSV Bern musste früh sein erstes Time-out nehmen. Besonders glänzte in dieser Phase der ehemalige Nationalspieler Florian Goepfert, der gleich fünf der ersten neun Treffer erzielte. Ebenfalls einen ganz starken Tag erwischt hat der baumlange, aber etwas schlaksige Max Dannmeyer. Am Ende hatte der junge Deutsche neun Treffer auf seinem Konto und war damit der klar beste Werfer seines Teams.

Starker Start der Basler

Gleich zu Beginn der Partie zeigte auch Pascal Stauber, dass er zwar bald im Goalie-Ruhestand sein wird, aber noch keineswegs zum alten Eisen gehört. Er parierte Penaltys, Gegenstösse und sogenannte eigentliche «unhaltbare» Schüsse der Berner. Bis zum Seitenwechsel lagen die beiden Teams wieder gleichauf. Nach 45 Minuten hatte sich das NLA-Team zum ersten Mal einen Vorsprung von fünf Treffern erarbeitet. Und damit war es um die Finalträume der Realturner geschehen. «Da merkt man dann halt, dass wir eine NLB-Saison hinter uns haben. Bern ist sich dieses Niveau gewohnt», blickt der ehemalige Nationalspieler Goepfert kurz zurück, bevor er bereits auf die anstehende Saison im Oberhaus schaut: «Wir konnten knapp 45 Minuten mithalten. Dann kommt der Unterschied, daran müssen wir noch arbeiten für die nächste Saison».

Max Dannmeyer konnte mit seiner persönlichen Leistung sicher zufrieden sein. Für seine neun Tore brauchte er ein Dutzend Anläufe. «Aber wir wurden körperlich selten so gefordert und Bern konnte sein breiteres Kader ausspielen», wusste er um die Differenzen in diesem Spiel.

Mit lachendem und weinenden Auge in den sportlichen Ruhestand

Nach der Sirene war zwar der grosse Traum vom Cupfinal geplatzt, doch es war trotzdem bei weitem der emotionalste Moment des gesamten ersten Final-Four-Tages: Pascal Stauber beendete mit dem Cupfinal nicht nur die Saison, sondern eine lange, eindrückliche und erfolgreiche Karriere. Bereits bei der Verabschiedung von Marco Kurth, seinem langjährigen Nationalmannschaftskollegen, hatte er Tränen in den Augen. Danach umarmte er jeden Mitspieler lange und verabschiedete sich – ganz bewusst so schien es. «Jetzt gerade ist es sehr hart. Aber ich hatte lange Zeit, mich drauf vorzubereiten», meinte der scheidende Goalie. «Meine Karriere verlief wie nach Drehbuch», ist er mit sich im Reinen. Zum Ende konnte er mit seinem Stammverein die Rückkehr ins Oberhaus bewerkstelligen. «Als Abschluss hätte ich gerne noch den Cupfinal mitgenommen», meinte er kurz nachdenklich. «Doch nach meiner Operation und der Reha werde ich trotzdem die Ferien geniessen», meinte er bereits lachend. Bevor er mit seinem Kollegen in die Kabine verschwand – zum letzten Mal.