Mit gellendem Pfeif-Konzert wird der FC Basel verabschiedet. Zu schwach seine Leistung, zu unkonzentriert die Aktionen, zu fahrlässig vergibt der FCB seine wenigen Chancen. Nur 1:1 spielt der bis dato verlustpunktlose Meister gegen Schlusslicht Thun. Das ist eine weitere Enttäuschung, nachdem er am Mittwoch gegen Arsenal nicht nur erstmals verlor, sondern teilweise regelrecht zerpflückt wurde.

Basel in der Mini-Krise. Urs Fischer sagt: «Das Resultat ist noch das Beste. Das war ein ganz schlechter Auftritt. Wir haben jegliche Bereitschaft vermissen lassen.»

Seit dem 1:1 gegen Ludogorets scheint beim Meister irgendwie der Wurm drinzustecken. Zwar eilte der FCB in der Meisterschaft auch danach weiterhin von Sieg zu Sieg. Aber überzeugend war er höchstens phasenweise. Die Rot-Blauen erkämpften sich 13 Punkte Vorsprung auf die Verfolger, aber sie zauberten nicht. Und dann kam da die erste Pleite, die Lehrstunde von London. Ein 0:2, das locker ein 0:6 oder 0:7 hätte sein können.

Fischer reagiert, indem er gegen Thun die komplette Offensiv-Abteilung auswechselt: Steffen, Zuffi, Bjarnason und Doumbia ersetzt er durch Elyounoussi, Delgado, Bua und Janko. In der Verteidigung kriegt der am Mittwoch schwindelig gespielte Balanta eine Pause, Hoegh ersetzt ihn. Taktisch stellt er wieder auf das bewährte 4-2-3-1 um.

Elyounoussi ins Aussennetz

Tabellen-Schlusslicht Thun zeigt sich nicht beeindruckt. Schon in der 5. Minute donnert Captain Dennis Hediger den Ball an die Latte. Kurz darauf scheitert Christian Fassnacht gleich zweimal. In erster Linie an sich selbst. Basel kommt kaum zu gefährlichen Aktionen. Bis in der 26. Minute Elyounoussi der Thuner Abwehr entwischt, den herauseilenden Guillaume Faivre umspielt. Doch der Norweger schiesst ins Aussennetz.

Kurz scheint es nun, als ob Basel den Champions-League-Schock weggesteckt hätte. 33. Minute: Ecke Delgado, Fransson legt mit dem Kopf zur Mitte, Janko ist zur Stelle – genauso wie Thun-Goalie Faivre. Thun macht es besser. Einen herrlichen 40-Meter-Pass von Marco Bürki nimmt Thuns U17-Weltmeister Matteo Tosetti in vollem Lauf perfekt an, Gegenspieler Traoré pennt erst und kommt dann zu spät, Tosetti schiebt ein – 1:0 für den Aussenseiter. «Unsere erste Halbzeit war mehr als ungenügend», sagt Fischer dazu.

Wer jetzt erwartet hätte, dass Basel in der zweiten Hälfte das Tempo erhöht, wird enttäuscht. Fischer reagiert mit einem Doppelwechsel (58.). Delgado und Fransson raus, Sporar und Serey Die rein. Elf Minuten später bringt er Callà für den blassen Janko. Thun lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, spielt weiter defensiv solid und engagiert. Doch dann machen sich Fischers Wechsel doch noch bezahlt: Sporar lanciert Callà in der 90. Minute, der Flügel erwischt Faivre zwischen den Beinen – das glückliche 1:1 für den FCB.

Der Torschütze spricht mit gesenktem Blick in die Mikrofone: «Thun war uns in allen Belangen überlegen. Sie waren schneller, nicht nur in den Beinen, sondern auch im Kopf.» Und jetzt kommt die Länderspielpause. Äusserst ungelegen für Urs Fischer. «Ich hätte diesen Auftritt gerne noch mit ihnen besprochen.»

Telegramm:

Basel - Thun 1:1 (0:1)

26'942 Zuschauer. - SR San. - Tore: 35. Tosetti (Bürki) 0:1. 90. Callà (Sporar) 1:1.

Basel: Vaclik; Lang, Hoegh, Suchy, Traoré; Fransson (58. Serey Die), Xhaka; Bua, Delgado (58. Sporar), Elyounoussi; Janko (69. Callà).

Thun: Faivre; Glarner, Reinmann, Bürki, Facchinetti; Geissmann, Tosetti (77. Ferreira), Fassnacht, Hediger, Bigler; Sorgic (82. Peyretti).

Bemerkungen: Basel ohne Akanji, Zuffi (beide verletzt), Bjarnason, Steffen und Doumbia (alle nicht im Aufgebot). Thun ohne Dzonlagic, Rapp, Schindelholz, Schirinzi und Zino (alle verletzt). - Verwarnungen: 44. Hediger (Foul), 56. Faivre (Foul), 92. Facchinetti (Foul).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: