Baselbieter Sportpreis
Nur ein Hockeygott fehlte im verschneiten Winterkurort Binningen

Weil er mit seinem EHC Biel ein Spiel zu gewinnen hatte, konnte Kevin Schläpfer an der Preisverleihung nicht dabei sein. Dafür betrat sein Sohn Elvis, die weiteren Gewinner sowie Komiker und Zauberer Michel Gammenthaler die Bühne.

Patrick Pensa
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Vertrat seinen Vater, der an diesem Abend nicht nur den Sportpreis, sondern auch auf dem Eis gewann: Elvis Schläpfer. Pensa

Vertrat seinen Vater, der an diesem Abend nicht nur den Sportpreis, sondern auch auf dem Eis gewann: Elvis Schläpfer. Pensa

Viele Schuhabdrucke durchdrangen die Schneeschicht auf der Treppe zum Kronenmattsaal. Gemeindepräsident Mike Keller begrüsste die Gäste der Baselbieter Sportpreisverleihung stolz im Winterkurort Binningen. Da fehlten aber noch zwei wichtige Personen. Zum einen der Gastgeber und zum anderen der Hauptgewinner des Abends.

Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli, der auf der Strasse mit dem Wintereinbruch kämpfte, erschien kurze Zeit später. Der eigentliche Protagonist aber, den sie in Biel «Hockeygott» und in Sissach schlicht «Kevin» rufen, fehlte aber den ganzen Abend. Kevin Schläpfer fehlte aus dem gleichen Grund, aus dem er gewann. Wegen seiner Leidenschaft, dem Eishockey. Sein Team, der EHC Biel, spielte zeitgleich gegen den direkten Konkurrenten aus Rapperswil. Und die Abwesenheit hat sich gelohnt, schliesslich gewannen die Seeländer das Duell.

Wieso nicht schon als Spieler?

In einem ausgestrahlten Videointerview bedankte sich der 43-Jährige für die grosse Anerkennung, die er gerne schon als Spieler gewonnen hätte, heute aber auch als Dank für sein Engagement für das Eishockey in der Region ansieht. Stellvertretend für den Vater nahm Sohn Elvis, der bei den Moskitos von Zunzgen-Sissach spielt, der Preis entgegen.

Besonderer Auftritt von Brüderlin

Zuvor wurden die Ehrungen der anderen Kategorien durchgeführt. Zu Beginn die Förderpreise, die an die Prattler Karateka Ramona Brüderlin, die Trampolinspringerin Sylvie Wirth aus Arisdorf und den Reinacher Tischtennisspieler Lionel Weber gingen. Dabei hatte Brüderlin einen besonderen Auftritt. Sie wurde von Zauberer und Komiker Michel Gammenthaler als Opfer ausgewählt und setzte diesen statt mit einem gezielten Kick mit grammatikalischem Fachwissen ausser Gefecht. Als dieser von ihr ein Wort mit grossem Anfangsbuchstaben wissen wollte, meinte sie nur: «Ah, du meinst ein Nomen.» Als dieser danach aber herausfand, dass sie das Wort «Schmucketui» aus dem Buch ausgelesen hatte, wurde die 18-Jährige still.

Für den Jubiläumslauf nochmals im Amt

Einen Anerkennungspreis erhielt Willy Schnell, der diesen eigentlich passend zum Abschied hätte erhalten sollen. Über 30 Jahre wirkte er als Bahnleger für den Baselbieter Team-OL und bestritt selbst über 1000 Orientierungsläufe. Bekanntermassen musste der diesjährige OL wegen des frühzeitigen Wintereinbruchs abgesagt werden. Dieser wird nun erstmals in der Geschichte nachgeholt. So kommt es 2013 zur Premiere: Zwei Baselbieter Team-OL in einem Jahr – und natürlich wird Willy Schnell bei der Neuansetzung am 24.März nochmals die Bahnlegung übernehmen. Ein Job, der nicht nur räumliches Denken, sondern vor allem auch diplomatisches Geschick mit allen beteiligten Parteien verlangt, wie Laudator Heinz Keller ausführte.

Bogenschützen danken bestem Sportamt der Welt

Ebenfalls Anerkennungspreise gewannen die zwei Bogenschützen Beat Vollenweider und Claudio Dioguardi. An einem Abend, an dem sich Laudatoren und Preisträger mit Superlativen übertrafen, meinte Vollenweider in Anlehnung an Keller, der vom besten Sportamt der Schweiz sprach, gar das «beste Sportamt der Welt».

Dass nicht nur das Sportamt, sondern auch die Baselbieter Bevölkerung top ist, zeigte das Publikum beim zweiten Programmteil Gammenthalers, bei dem es um koordinative Fertigkeiten ging. Aber wie vom Team-OL bekannt, ist es das Laufen, in dem die Baselbieter richtig gut sind. So waren sie im Anschluss auch blitzschnell am reichhaltigen Buffet.