Basekteball
Nur Phasenweise ebenbürtig: Starwings verlieren deutlich gegen Fribourg

Auch im zweiten Heimspiel in dieser Woche haben die Starwings das Nachsehen. Nach der Niederlage am Mittwoch gegen Boncourt, verlieren die Birsfelder am Samstag gegen den Zweiten der NLA aus Fribourg mit 59:79.

Georges Küng
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Das Birsfelder eigengewächs Branislac Kostic (re.) gegen Fribourgs Sean Barnette(li.).

Das Birsfelder eigengewächs Branislac Kostic (re.) gegen Fribourgs Sean Barnette(li.).

Keystone

Wer den Vergleich zwischen dem Schweizer Renommierklub aus der Saane-Stadt und dem einzi­gen Deutschschweizer Nationalliga-A-Klub gewinnen würde, stand nie zur Fra­ge. Zu unterschiedlich gross sind die Möglichkeiten und der Substanzunterschied. Ein Bei­spiel: Beim Gast kamen als 9. und 10. Mann der Nationalspieler Robert Zinn (ein gebürti­ger Deutscher mit Erfahrung in der 1. Bundesliga bei Tübingen) und der Schweiz-Kanadier Alexander Hart (210 Zentimeter gross) ins Spiel. Die Antwort der Starwings: Zwei 18-jähri­ge Gymnasiasten (Janis Pause und Zaid Weibel).

Das Positive der Partie: Die Starwings gewannen die zweiten 20 Minuten mit 38:34. Sie pushten sich gegenseitig auf, unterstützten sich und sprachen sich Mut zu. Das spricht für eine intakte Teammoral in diesen so schwierigen Zeiten. Und es gab ganz kurze Phasen, wo einzelne Akteure andeuteten, dass sie durchaus Basket auf gutem Niveau spielen kön­nen.

Aber es gab lange Phasen, wo man sich auch fragen musste, ob sich die Berufsspieler wirklich bewusst sind, ob sie sich Profis nennen dürfen. Namentlich das US-Duo Nathan Krill und Matthew Milon, die zusammen vier nur vier Punkte warfen, tra­fen immer die falschen Entscheide. Nun könnte man auch im gleichen Atemzug fra­gen, ob sie so eingesetzt werden, dass ihre Qualitäten zum Tragen kommen.

Nur Deondre Burns kann seine Leistung abrufen

Seit ei­nigen Spielen scheint die Stammfünf (Kostic, Burns, Krill, Vranic, Sane) fix gegeben zu sein. Es ist schön, dass mit Captain Branislav Kostic ein Birsfelder Eigengewächs zu ei­nem Na­tionalliga-A-Spieler mit 30 Minuten und mehr mutiert ist. Nur ist Kostic gegen Lan­desgrössen überfordert. In den ersten drei Minuten verwarf er jeden Wurf, wurde stets ge­blockt und leistete sich Fehlzuspiele. Aus einem 2:0 wurde innert vier Minuten ein 2:12. Der einzi­ge valable Spielmacher bei den Starwings ist Deondre Burns. Und auf der Positi­on 2 wür­de man sich – gerade nach der Vorstellung gegen Fribourg – Sébastien Davet wün­schen. Der Freiburger ist athletischer, explosiver, jünger, schneller und bei offenen Würfen siche­rer als Kostic. Und dazu 18 Zentimeter grösser.

Center Cheikh Sane (207 cm) ist ein wunderbarer Teamplayer, kämpft, ja muss sich allei­ne mit den gegnerischen Centern der Rivalen «prügeln». Aber was der Senegalese an «todsicheren» Korblegern in einer 1. Division verwirft, ist einzigartig. Er, und Nachwuchs­hoffnung Yafet Haile (205 cm) schafften es, gerademal einen von acht Freiwürfen in den Korb zu bringen. Bis zur 18. Minute betrug die Wurfquote bei den Starwings von der Dreierlinie null Prozent. Jene von der Freiwurflinie 16 Prozent. Werte, welche in der langen Geschichte des Schweizer Basketballes einzigartig sind.

Aber über all der Kritik, und den durchaus positiven Ansätzen (die Starwings haben viel Entwicklungspotenzial) steht die Gesundheit. Und wie seit Monaten geschrieben: Kein Klub wurde so vom Coronavirus ans Krankenbett gefesselt wie die Starwings. Daher ist für die Birsfelder jedes Spiel ein Erfolg.

Starwings – Fribourg Olympic 59:79 (21:45)

Sporthalle Birsfelden. - keine Zuschauer. - SR: Herbert/Tagliabue/Curty.

Starwings: Kostic (6), Burns (17), Krill (2), Vranic, Sane (14); Milon (2), Haile (3), Davet (10), Mi­lenkovic (5), Weibel, Pausa.

Fribourg: Armstead (7), Barnette (17), Cotture (10), Gravet (6), Garrett (11); Morris (9), Mbala (14), Zinn (3), Hart (2), Maquiesse, Mar­tina.

Bemerkungen: Starwings ohne Fuchs (krank/rekonvaleszent). - Fribourg ohne US-Profi Jackson (überzähliger Ausländer) und Jung-Nationalspieler Solcà (verletzt). - Viertelsresultate: 6:24 (!), 15:21 (21:45); 20:19 (41:66) und 18:15 (59:79). - Mit fünf Fouls ausgeschieden: 36. Kostic und 40. Haile. - Fouls: Starwings 23, Fribourg 21. - Zu den besten Spielern wurden Burns und Barnett (bei­de USA) gewählt.

Das komplette Spiel noch einmal zum Anschauen: