Die Innenverteidigung ist das Gerüst jeder Fussballmannschaft. Gerade in schwierigen Zeiten, wie sie der FCB nach den zwei Niederlagen gegen GC (2:3) und St. Gallen (1:2) durchmacht, sollte dieses Gerüst besonders stabil sein. Nur dumm, wenn sich gerade dann über die Hälfte des Personals angeschlagen über den Rasen schleppt oder verhindert ist wegen Verletzungen. Dann wackelt das Gerüst. Fünf Gegentore in den vergangenen zwei Spielen sind für die FCB-Ansprüche eindeutig zu viel.

Das neueste Opfer ist Akanji. Der 20-Jährige musste in St. Gallen nach der ersten Halbzeit in der Kabine bleiben – Oberschenkelprobleme. Dabei hat Akanji derzeit nur einen Stammplatz, weil Daniel Hoegh und Walter Samuel seit Wochen verletzt ausfallen: Die beiden stünden, wenn gesund, in der Hierarchie vor Neuzugang Akanji, der sich selber noch als «Lehrling» bezeichnet.

Und Ivanov, einst als Nachfolger von Aleksandar Dragovic verpflichtet, fällt seit Januar 2014 wegen eines Kreuzbandrisses aus – und dürfte kaum noch einmal für den FCB zum Einsatz kommen. «Es fehlt einfach noch zu viel, um ein Thema für die erste Mannschaft zu werden», sagt Urs Fischer. Im Winter fällt eine Entscheidung über die Zukunft des 27-jährigen Bulgaren: Die Zeichen stehen auf Abschied, vorerst auf Leihbasis.

Offensivmacht Fiorentina zu Gast

Zurück zu Akanji: Gestern wurde der Winterthurer gründlich untersucht. Ob er am Donnerstag einsatzfähig ist, entscheidet sich morgen, womöglich sogar erst am Spieltag. Weil für Samuel die Partie gegen Fiorentina nach seinem Muskelfaserriss wohl zu früh kommt, müsste sich Fischer bei einem tatsächlichen Ausfall Akanjis auf anderen Positionen umschauen.

Taulant Xhaka und Michael Lang sind die ersten Alternativen für den Platz neben Suchy. Bereits in St. Gallen rückte Lang von rechts ins Abwehrzentrum und übergab seine Position wiederum an Xhaka. Resultat: Beide machten beim Siegtreffer der Ostschweizer durch Yannis Tafer eine schlechte Figur.

Am Donnerstag wartet auf die FCB-Innenverteidigung, wer auch immer sie besetzt, ein echter Härtetest: Mit Fiorentina kommt die Mannschaft mit der zweitbesten Offensive der italienischen Serie A (26 Tore in 13 Spielen) in den
St. Jakob-Park.