Die Torausbeute der Old Boys in den letzten drei Partien ist schlicht unfassbar: 15 Tore erzielten die Basler gegen Sion, Bavois und nun gegen YF Juventus Zürich. Dank dieses Endspurtes konnten die Gelbschwarzen bereits vergangene Woche den Klassenerhalt sichern.

Einen gewissen Kehraus-Charakter war dieser Partie gegen die Zürcher nicht abzustreiten, auch dank einem Blitzstart des Heimteams. Bereits nach zwei Minuten traf Linksverteidiger Tiago Lopes mit einem Freistoss aus knapp 20 Metern in die Torwartecke. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, an dem der zu Saisonbeginn fast zu OB gewechselte Christian Leite im YF-Tor nicht sonderlich gut aussah.

Kurze Blatter-Show

Lopes wurde vor der Partie verabschiedet. Danach folgte eine kurze Marius Blatter-Show. Beim 2:0 (keine zwei Minuten nach der Führung) liess das 18-jährige Eigengewächs drei Gegenspieler stehen und schob die Kugel abgeklärt an Leite vorbei. Nachdem ein zwischenzeitlicher Schussversuch des Mittelfeldspielers von Leite an den Pfosten gelenkt wurde, konnte Blatter doch noch seinen zweiten Treffer feiern und zwar mit einem kaltblütigen Innenristschuss ins Lattenkreuz.

«Die beiden Treffer waren schön für mich, aber insbesondere der Auftritt des Teams war heute sehr wichtig für uns. Wir spielten mit einer nie da gewesenen Lockerheit frei auf», meinte Blatter, der in der Hinrunde noch in der zweiten Mannschaft drei Spielklassen weiter unten eingesetzt wurde. Nach einem missglückten Ausflug von Christian Leite, konnte Florian Müller noch vor der Pause zum 4:0 erhöhen. 

«Brauchten etwas Zeit»

Mit Artan Shillova konnte ein zweiter Winterneuzugang gleich seine ersten beiden Promotion-League-Treffer verbuchen. Für das Highlight der zweiten Hälfte sorgte jedoch Stürmer Karim Barry mit einem schönen Treffer per Lob – allerdings wieder nach einem bizarren Ausflug von YF-Keeper Leite.

Die Zürcher konnten ihrerseits noch etwas zur Resultatkosmetik beisteuern, so dass am Schluss ein ungewohntes 7:2 auf der Anzeigetafel stand. Wieso kam in den letzten drei Partien plötzlich diese OB-Wende? «Es ist sicher so, dass wir Zeit brauchten, um uns zu finden», erklärte Trainer Aziz Sayilir, der im Winter das Fanionteam übernahm.

Zudem sei seine Mannschaft während der Rückrunde immer wieder von der Verletzungshexe heimgesucht worden – nicht so in der Schlussphase. Somit endet eine schwierige Spielzeit für die Old Boys vorübergehend versöhnlich, denn nächste Woche gilt es nochmals ernst: In der Cup-Qualifikation treffen die Gelbschwarzen auf den Absteiger United Zürich.

Die Old Boys wollen sich dabei zum fünften Mal in Folge für die erste Hauptrunde des Schweizer Cups qualifizieren.