Roger Hegi, sind die Old Boys ein Abstiegskandidat?
Ja, absolut. Wir haben sechs von acht Spielen verloren, sind Tabellenletzter und müssen uns zwangsläufig nach hinten orientieren. Das Ganze ist brutal und entspricht nicht unserem Leistungsvermögen.

Wie erklären Sie sich den schlechten Saisonstart?
Wir haben fünf Spiele jeweils mit 1:2 verloren. Zweimal kassierten wir den entscheidenden Gegentreffer in der Nachspielzeit. Beim 1:2 gegen St. Gallen vor einer Woche dominierten wir den Gegner klar. In der Schlussphase stand es 1:1. Weil ich den Sieg wollte, wechselte ich zwei Stürmer ein. Prompt kassierten wir kurz vor dem Schlusspfiff nach einem Fehlpass im Mittelfeld den zweiten Gegentreffer. Ich will nicht lamentieren, aber mit etwas mehr Wettkampfglück hätten wir zwölf Punkte mehr auf dem Konto. Unser Manko liegt im Abschluss. Wir erzielen zu wenig Tore. Uns fehlt ein abschlussstarker Stürmer. Kommt hinzu, dass wir diese Saison mit dreizehn neuen Spielern in Angriff nehmen mussten. Das Team ist also im Umbruch.

Gab es einen Auslöser für die sportliche Krise?
Ja. Die unglückliche 0:1-Niederlage nach Verlängerung im Cup gegen den FC Basel löste einen negativen Lauf aus. Seither sind wir in der Seuche. Wir bekamen zwar Lob von allen Seiten, hatten nach diesem Abnützungskampf aber vier verletzte Spieler und verloren die nächsten zwei Partien unglücklich. Danach fielen wir in ein mentales Loch.

Wackelt Ihr Trainerstuhl?
Davon gehe ich nicht aus. Wichtig ist es, dass ich den Puls der Mannschaft spüre, dass ich die Spieler noch erreiche. Dieses Gefühl habe ich. Eines steht fest: Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. So schnell wie möglich.

Welche Taktik wählen Sie für das schwierige Auswärtsspiel gegen die U21-Auwahl des FCZ?
Wir werden in Zukunft einen defensiveren und damit realitätsbezogenen Fussball spielen und unser Hauptaugenmerk vermehrt auf Tugenden wie Einsatz, Kampfgeist und Willensstärke legen müssen. Langsam, aber sicher müssen wir punkten.