Basler Stadtlauf

Ogubit Berhane ist der, der den Schweizern das Fürchten lehrt

Ogubit Berhane will sich in seiner Wahlheimat – sprich: am Basler Stadtlauf – von seiner schnellsten Seite zeigen.

Ogubit Berhane will sich in seiner Wahlheimat – sprich: am Basler Stadtlauf – von seiner schnellsten Seite zeigen.

Der Eritreer Ogubit Berhane sorgte mit seiner Laufzeit in Frankfurt für Aufsehen – dies will er nun auch am Basler Stadtlauf tun. Das Fernziel des Läufers ist allerdings noch einmal ein paar Stufen höher: Er will an eine Weltmeisterschaft.

Seit eineinhalb Jahren lebt Ogubit Berhane in der Schweiz. In dieser Zeit lehrte er den Schweizer Läufern das Fürchten. Wo der Eritreer antritt, läuft er allen davon. Auch am Basler-Stadtlauf geht der in Münchenstein lebende Berhane an den Start. Zuletzt konnte er den Lauf von Augusta Raurica, in Augst, in überzeugender Manier gewinnen – zum zweiten Mal, bei seiner zweiten Teilnahme. Doch sein Meisterstück gelang ihm schon früher. Ende Oktober am Frankfurt-Marathon, an dem zahlreiche internationale Top-Cracks mitliefen, belegte er den hervorragenden 13. Rang. Ausserdem, gelang ihm mit einer Zeit von zwei Stunden und 13 Minuten eine neue persönliche Bestleistung. «Das war unglaublich, als ich meine Zeit sah, verspürte ich trotz totaler Erschöpfung eine grosse Genugtuung und Freude.»

WM oder EM ist das Ziel

Auf dieser Zeit will sich der 34-Jährige aber nicht ausruhen. Sein Ziel ist es, an einem Grossanlass teilzunehmen. Einen Weltmeisterschafts- oder Europameisterschafts-Lauf. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen: «Um mich für einen Lauf von dieser Grösse zu qualifizieren, brauche ich eine Zeit unter zwei Stunden und zehn Minuten.» Dies als Nichtprofi zu bewerkstelligen, ist schwierig. Zweimal in der Woche trainiert Berhane beim LC Fortuna in Oberdorf. Zusammen mit seinem Landsmann und Freund Millyon Layne. Layne ist schon etwas länger in der Schweiz und erleichtert Berhane das Leben. Sei es als Trainings-Partner, als Stadt-Führer oder als Dolmetscher. Doch besonders wichtig ist Layne als Freund. «Meine Frau ist noch in Eritrea. Das ist hart und ich vermisse sie sehr. Ich hoffe, dass sie bald nachkommen kann», sagt Berhane mit einem traurigen, in die Ferne schweifenden Blick. Für Berhane ist es hart, zurecht zu kommen, ohne der Sprache mächtig zu sein. Er belegt einen Intensiv-Deutschkurs und kann sich inzwischen etwas verständigen. «Ich verstehe viel, kann aber noch nicht richtig sprechen.»

Auf Sponsor-Suche

Bis es so weit ist und seine Frau nachkommt, will er seine Zeit in der Schweiz geniessen: «Die Schweiz ist wunderschön. Ich kannte nur die Schokolade und wusste, dass eure Uhren perfekt gehen», erzählt er mit einem Schmunzeln. Und: «Durch den Sport bin ich in fast jedem Kanton gewesen und es gefällt mir sehr. Es ist wundervoll, in solchen Landschaften laufen zu können.» Aber wie gestaltet der Langstrecken-Läufer seine Freizeit? Mit Bier und Chips vor dem Fernseher? «Nein, ich schaue viel Fussball, bin ein richtiger Arsenal-London-Fan.» Und natürlich – was sonst – mit Laufen. «Ich bin viel in den Wäldern, dass mag ich.»

Um seine ambitionierten Ziele zu erreichen, ist der sympathische Eritreer auf der Suche nach einem Sponsor: «Ein Sponsor würde mir alles unglaublich erleichtern, aber es stellt sich als äusserst schwierig heraus, einen zu finden.» Vielleicht hilft ein Top-Ergebnis am Basler-Stadtlauf.

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