Die Starwings haben nur zwei Profi-Basketballer in ihren Reihen. Alle anderen Klubs spielen mit einem Quartett, Quintett oder gar Sextett. Doch wenn beide Starwings-Profis ausfallen, so steht auf dem Parkett eine Mannschaft, die das Rad des Schweizer Basketballs um 40 Jahre zurückgedreht hat. In eine Zeit, wo man noch in Turnhosen und werbefreien Leibchen spielte. Und gespielt wurde in Turnhallen. Brandon Jenkins (USA) ist seit längerer Zeit verletzt. Und wird es weiterhin bleiben.

Jaraun Burrows, der fliegende Mann von den Bahamas, konnte wegen einer Grippe nicht spielen. Auch Miroslav Petkovic war vergrippt, doch rang sich der Zürcher durch, seinen Mann zu stellen. Also stand Routinier Tony McCrory (35), der Englischlehrer, zusammen mit Schweizer Elitespielern einer Armada von Ausländern gegenüber. Denn in Genf gilt, seitdem der Honig von den Bäumen zu fliessen scheint: Kein Ausfall, der nicht besser kompensiert wird. Selbst wenn ein Junior ausfällt, wird ein Hochkaräter eingeflogen.

Die ersten Körbe erzielten die Starwings durch Rückkehrer Reto Schwaiger (siehe BZ von gestern) mit einem Dreipunktewurf, welcher dem Publikum den ersten Szenen-Applaus abrang. Danach setzten sich die Genfer durch. Nicht, weil sie Weltklasse Basketballer sind. Sie setzten sich durch, weil sie vor allem unter den Körben eine eklatante Überlegenheit ausspielen konnten.

Ungleicher Vergleich

Denn eines wurde in diesem ungleichen Vergleich klar: Ohne ausländische(n) Center ist man in der Nationalliga A chancenlos. Selbst wenn der Kleinbasler Niels Matter und der Aargauer Roman Albrecht viel Einsatzwillen zeigten. Der Substanz-Unterschied zu Profispielern, welche zumindest eine Basisausbildung genossen haben, ist frappant. Den Starwings ist es hoch anzurechnen, dass sie – trotz ihrer Inferiorität – nie aufgaben und ab und zu aufzeigten, dass in ihren Reihen gute nationale Akteure stehen, die bei den Landesgrössen nur das Kontingent (für das Matchblatt) auffüllen würden. Und wohl die Spielstatistik machen müssten.

Die neu formierte Equipe «Les Lions de Genève» hat zwei weitere Punkte für die Tabelle gewonnen. Ob der Schweizer Basketball gewonnen hat, dürfte die Romands momentan wenig interessieren. Die Starwings beenden die ersten 16 Runden auf Platz 6. Das ist gut, das ist sogar sehr gut. Denn sie kämpfen mit Sackmessern gegen fünf Equipen, die ein ganzes Arsenal mobilisieren können.

In der dritten Runde können die Unterbaselbieter den BC Boncourt, BBC Nyon und die SAM Massagno (nebst Meister BC Lugano) zu Hause empfangen. Sollten bis dann Mister Jenkins und Mister Burrows wieder ihrem Beruf nachgehen können, so sollten Erfolge gegen die anderen «Armenhäuser» der Liga möglich sein.

Grotesk würde es erst, wenn die Lions de Genève mit einem Schweizer Quintett, wie es das Team von Danijel Eric gestern während 25 Minuten getan haben, spielen müssten. Warum? Weil es in der Weltstadt Genf keine fünf Schweizer Spieler für die Nationalliga A gibt. Dafür reiche Mäzene, die eine internationale Equipe kaufen und unterhalten können. Damit sich diese stresslos verlustieren können.