Die Wasserfallen mit ihrer charmanten Gondelbahn ist bei allen beliebt. Aber nicht jeder ist dort willkommen. Die OL-Gruppe Kakowa aus Liestal führt am 8. Juli 2012 im Vorfeld der Weltmeisterschaft in der Schweiz einen nationalen Orientierungslauf mit 1200 Teilnehmern durch. Geplant war dieser Anlass im Gebiet Wasserfallen. Nun weicht man trotz gültiger Bewilligung und abgewiesener OL Beschwerde auf den Blauenpass aus.

Stephan Gürtler, Laufleiter des Anlasses und Präsident der OLG Kakowa, gibt als Grund dafür einerseits den zeitlichen Ablauf und andererseits den spürbaren Gegenwind durch die Gemeinde Reigoldswil an. «Weil die Aufnahme einer neuen OL-Karte nicht von heute auf morgen passiert, mussten wir eine Ersatzvariante suchen, als wir auf Widerstand stiessen.» Vor knapp zwei Jahren begannen die Planungen für den Wettkampf. Bald war klar, dass die örtliche Jagdgesellschaft gegen diesen OL war und sich in ihrem Sog auch die Gemeinde Reigoldswil abweisend zeigte. Obwohl der Lauf noch während der Brut- und Setzzeit stattfindet, welche im Kanton Baselland bis Ende Juli ausgedehnt ist – im Kanton Solothurn, auf dessen Gebiet ein Teil des Laufes stattgefunden hätte, geht diese bereits Mitte Juni zu Ende – erhielt der Anlass die Bewilligung mit Auflagen durch das Amt für Wald beider Basel.

Beschwerde beim Regierungsrat

Die Jagd Baselland, die Gemeinde Reigoldswil und der Basellandschaftliche Natur- und Vogelschutzverband reichten beim Regierungsrat Beschwerde ein. Unter anderem wegen dem Schutz des Haselhuhns, das man in diesem Naturgebiet vermutet. Die Beschwerde wurde diesen Oktober abgewiesen, die Bewilligung für den OL auf der Wasserfallen ist also definitiv rechtsgültig.

Zu spät für die Organisatoren. Doch Stephan Gürtler verspricht: «Wir planen einen Lauf auf der Wasserfallen in einem der nächsten Jahre und suchen dafür einen anderen Zeitpunkt ausserhalb der Setzzeit».

Reigoldswil zeigt sich offen

Ein Grund, wieso die OLG Kakowa nicht konsequent am Austragungsort Wasserfallen festhielt, war der Widerstand der Gemeinde Reigoldswil. «Wir wären darauf angewiesen gewesen, die Infrastruktur von Reigoldswil benutzen zu dürfen. Wenn wir dort nicht willkommen sind, dann ist das schwierig», sagt Gürtler. Die zuständige Gemeinderätin Sabine Schaffner beschwichtigt. «Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen OL auf der Wasserfallen und die Gerüchte, wir hätten den Organisatoren die Infrastruktur verweigert, sind schlicht falsch». Bei der Begründung der Beschwerde habe man sich der Position der Jäger und dem Natur- und Vogelschutz angeschlossen.

Schaffner gibt zu, dass in ihrer Brust zwei Herzen schlagen. «Einerseits wollen wir auf der Wasserfallen einen sanften Tourismus fördern, andererseits die Natur schützen.» Der grösste Minuspunkt für den OL sei eindeutig das Datum gewesen und für sie sei es schlicht nicht nachvollziehbar, dass der Anlass trotz Setzzeit eine Bewilligung erhielt. «Die Gemeinde Reigoldswil ist aber für einen anderen Zeitpunkt auf jeden Fall offen gegenüber den OL-Läufern», sagt Schaffner. Die Gespräche seien sehr anständig abgelaufen.