Alles war auf diese eine Juli-Woche ausgerichtet. Die Trainings, der Fokus, die Anspannung. Heute, Mitte August, ist der Zauber der Heim-WM in Lausanne verflogen, an welcher Fabian Hertner mit Bronze über die Mitteldistanz sein so erhofftes Medaillenziel erreichen konnte. Und jetzt? Jetzt gilt es, die Konzentration für die letzten Rennen der Saison zu bündeln.

Denn morgen steht bereits der nächste Gradmesser für den Prattler OL-Crack auf dem Programm – die Schweizer Meisterschaften über die Langdistanz in Liestal und Lausen rund um die Schauenburger und Sissacher Fluh. Ein Event, der mit dem WM-Glamour nur schwer mithalten kann. «Die Luft ist tatsächlich ein wenig draussen», seufzt Hertner, der nach der WM erstmals eine Woche «die Seele baumeln liess».

Seither wird wieder intensiv trainiert. Auch für die SM, an der er sich als Lokalmatador einiges ausrechnet. «Eine Medaille müsste drinliegen», sagt der Vorjahreszweite, der sich 2011 einzig dem Mehlemer Matthias Kyburz geschlagen geben musste.

Heim-SM kein Vorteil

Dass die SM vor heimischer Kulisse stattfinden wird, sieht der Mitfavorit nicht zwingend als Vorteil. «Die Schweizer Läufer kennen die meisten Strecken ohnehin schon in- und auswendig, da gibt es keine Geheimnisse mehr.» Vielleicht beflügle ihn der Heimlauf ja trotzdem in irgendeiner Weise, schiebt er schmunzelnd nach.

Trotzdem spürt man beim Wahl-Winterthurer, dass die SM in der Saisonplanung einen eher bescheidenen Stellenwert einnimmt. WM-, EM- und Weltcup-Läufe sind Jahr für Jahr die unumstrittenen Highlights. Erst dann folgt die SM. Hertners Vorfreude aufs Wochenende tut dies aber keinen Abbruch. «Egal, ob in nationalen oder internationalen Läufen, es geht immer um Prestige», stellt der Läufer vom OLV Baselland klar. Nach der SM steht mit den letzten Weltcup-Läufen in Skandinavien der Saisonabschluss an. Der Baselbieter zieht beim Stand heute jedenfalls ein positives Fazit hinter ein bewegtes Jahr. Verletzungssorgen und Medaillenglück wechselten sich in regelmässigen Abständen ab. «In Zukunft will ich endlich frei von Verletzungen sein», wünscht sich Hertner, «nur weiss ich noch nicht, wie ich das anstellen soll», ergänzt er skeptisch.

Momentan fühlt sich Hertner wohl. Und das ist die Hauptsache. Die SM kann kommen, auch wenn der ganz grosse Reiz vorbei ist.