Tennis

Old Boys Basel: Roger Federers Heimklub steht vor Neustart

Marco Chiudinelli, Niki von Vary und Roger Federer: 2005 bestritten die beiden Stars des TC Old Boys ein Show-Match auf der Anlage ihres Heimklubs. Fredy Flückiger/ZVG

Marco Chiudinelli, Niki von Vary und Roger Federer: 2005 bestritten die beiden Stars des TC Old Boys ein Show-Match auf der Anlage ihres Heimklubs. Fredy Flückiger/ZVG

Tennis Nach den unruhigen und schwierigen Tagen beim TC Old Boys Basel wird sich an der Generalversammlung von heute ein neuer Vorstand zur Wahl stellen.

Es waren schwierige Zeiten, die der Traditionsklub Old Boys Basel in den letzten Monaten durchleben musste. Per 31.12.2014 trat der gesamte Vorstand geschlossen zurück. Dies, nachdem es zu internen Differenzen gekommen war. «Ich bedaure den Rücktritt des OB-Vorstandes, vor allem, weil der Präsident Niki von Vary sehr viel Gutes leistete, der Verein für ihn immer an erster Stelle gestanden ist und er generell sehr viel Ahnung vom Tennis hat», sagt Tennisprofi Marco Chiudinelli, zusammen mit Roger Federer das Aushängeschild des Klubs.

In der Zwischenzeit fungierte eine Findungskommission an der Spitze des Vereins, mit dem Ziel, einen neuen Vorstand zu stellen. Diese Kommission hat in den letzten drei Monaten ein Vorstandsteam gebildet, welches sich an der heutigen Mitgliederversammlung zur Wahl stellen wird.

Einen Schlussstrich ziehen

Dieser Findungskommission, bestehend aus einem Dutzend Mitgliedern aus dem Verein, war es ein Anliegen, einen Schlussstrich unter die Turbulenzen der vergangenen Wochen und Monate ziehen zu können. «Wir beabsichtigen einen Neustart», sagt Marianne Bernet stellvertretend. Bernet ist eine der Exponenten der Findungskommission. Zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern war sie für die Evaluation möglicher Vorstandskandidaten zuständig. «Ein grösseres Gremium ist nur bedingt handlungsfähig. Zudem war die Suche mit vielen Gesprächen und Abklärungen verbunden, was im kleineren Rahmen sicherlich einfacher ist», sagt Bernet.

Die drei Exponenten, die sich ebenfalls zur Wahl in den elfköpfigen Vorstand stellen, waren an den ursprünglichen Unruhen nicht beteiligt. Dies war aber kein zwingendes Kriterium, denn «eine Person von der Gegenbewegung war in der Kommission mit dabei. Uns war es wichtig, die Sache möglichst neutral gestalten zu können», sagt Bernet. Im Vordergrund stünden ja immer noch der Sport und der Spass daran.

So wurden die Mitglieder auch aktiv dazu aufgefordert, an der heutigen Versammlung keine Fragen betreffend die Vorkommnisse der Vergangenheit zu stellen. Bernet sagt: «Wir wollen unseren Blick konsequent nach vorne richten und die Vergangenheit definitiv hinter uns lassen.»

Mitte November wurde bekannt, dass der Vorstand um Präsident Niki von Vary nach internen Ungereimtheiten per Ende Jahr geschlossen zurücktreten wird. «Der Präsident hat gemeinsam mit dem Vorstand den Club während seiner Amtszeit zunächst saniert und danach wieder auf Kurs gebracht», sagt Chiudinelli. Über die Gründe der internen Probleme kursierten verschiedene Auffassungen. Fest steht, dass eine geordnete Übergabe dem ehemaligen Vorstand am Herzen liegt, sodass er auch den neuen Vorstandskandidaten kooperativ zur Seite stand und stehen wird, damit die Übergabe der Geschäfte auf die einzelnen Ressorts ohne Probleme stattfindet.

Somit beabsichtigt man beim TC Old Boys Basel an der heutigen Generalversammlung den ersten Schritt in eine ruhigere Zukunft. Der Stammklub von Marco Chiudinelli und Roger Federer, bei dem die beiden amtierenden Davis-Cup-Gewinner Teile ihrer Juniorenzeit verbrachten, sieht der Zukunft zuversichtlich entgegen. «Wir hoffen, damit die Basis zu legen, um unseren Klub nach etwas turbulenteren Zeiten wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen», schreibt der Verein in der Einladung zur Mitgliederversammlung.

Chiudinellis Hoffnung

Nicht mit dabei sein wird Marco Chiudinelli, der momentan im Ausland weilt und sich noch immer in der Rehabilitationsphase seiner Ellbogenverletzung befindet: «Ich hoffe aber natürlich, dass die neuen Leute den erfolgreichen Weg der letzten Jahre weiter verfolgen und die Unruhen der letzten Zeit hinter sich lassen können.»

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