Leichtathletik
Old Boys brillieren im Letzigrund: Sechs Schweizer-Meister-Titel in Zürich

Die Old Boys Basel holen sich an den Schweizer Meisterschaften in Zürich sechs Mal Gold – nur der LC Zürich war noch erfolgreicher.

Rainer Sommerhalder
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Weitspringer Christopher Ullmann ist einer der sechs SM-Goldmedaillengewinner des LC Old Boys Basel – 7,61 Meter reichten ihm zum souveränen Sieg.

Weitspringer Christopher Ullmann ist einer der sechs SM-Goldmedaillengewinner des LC Old Boys Basel – 7,61 Meter reichten ihm zum souveränen Sieg.

Keystone

Was für ein Wochenende für die Leichtathleten des LC Old Boys Basel. Sechs verschiedene Sportlerinnen und Sportler gewinnen an den Schweizer Meisterschaften Gold: Alex Wilson über 100 m, Silvan Wicki über 200 m, Christopher Ullmann im Weitsprung, Nils Wicki im Dreisprung, Salomé Lang im Hochsprung und Gregori Ott im Kugelstossen.

Mit gemischten Gefühlen verliess Alex Wilson das Stadion Letzigrund in Zürich. Zwar gewann der Sprinter souverän den Titel über 100 m und lief am Sonntag eigentlich Schweizer Rekord über 200 m in famosen 20,23 Sekunden. Nur zählt diese Zeit ebenso wenig wie der Sieg in diesem Rennen. Denn Wilson beging beim ersten Anlauf einen Fehlstart und durfte nur antreten, weil er zuvor auf der Bahn Protest eingelegt hatte. Doch seine Reaktionszeit war definitiv zu schnell, und er wurde zum grossen Ärger disqualifiziert.

Die Meisterehren erbte Silvan Wicki, der ebenfalls ein bemerkenswertes Rennen zeigte und mit 20,70 eine neue persönliche Bestzeit aufstellte. Gleiches war ihm bereits über 100 m gelungen. 10,43 reichten dort für Bronze.

Ullmann und Lang bleiben Favoritenrolle gerecht

Ihrer Favoritenrollen gerecht wurden Weitspringer Christopher Ullmann und Hochspringerin Salomé Lang. Beide haben in dieser Saison bereits ausserordentliche Resultate erzielt. Der 24-jährige Ullmann wurde um ein Haar zum 8-Meter-Springer. 7,98 m sprang er Anfang Juni bei einem Meeting in Deutschland. An diese magische Grenze kam er in Zürich nicht ganz heran – 7,61 m reichten zur erwarteten Goldmedaille.

Alle Basler Medaillengewinner

Männer. 100 m: 1. Alex Wilson (OB) 10,25 sek. 3. Silvan Wicki (OBl) 10,47. – 200 m: 1. Silvan Wicki 20,70 (PB). – Weit: 1. Christopher Ullmann (OB) 7,61 m. 2. Marco Thürkauf (TV Riehen) 7,28 m (PB). – Drei: 1. Nils Wicki (OB) 15,63 m. – Kugel: 1. Gregori Ott (OB) 17,22 m. – Speer: 2. Colin Wirz (SC Liestal) 65,93 m (PB) – Frauen. – 110 m Hürden: 2. Selina Von Jackowski (OB) 13,73. 3. Julia Schneider (OB) 23,97 (PB). – Hoch: 1. Salomé Lang (OB) 1,80 m. – Weit: 2. Selina Von Jackowski 6,14 m. – Diskus: 3. Céline Müller (OB) 41,98 m.

Auch, weil sein grösster Konkurrent, Benjamin Gföhler vom LC Zürich, für die nationalen Titelkämpfe verletzungsbedingt passen musste. Gföhler sorgte im Vorjahr mit seinem Satz auf 8,13 m für Furore. «Es wäre mir lieber gewesen, Beni wäre am Start gewesen», sagte Ullmann, «durch die Konkurrenz pushen wir uns gegenseitig zu Höchstleistungen».

Zwei internationale Grossanlässe bleiben dem Athleten des LC Old Boys Basel, um die acht Meter zu knacken: Nächste Woche die Frankophonen Spiele in der Elfenbeinküste und Ende August die Universiade in Taiwan. Dazwischen beginnt Ullmann eine Lehre als Koch im Restaurant Ochsen in Arlesheim.

Das Sportstudium hat er abgebrochen, weil er es mit dem Spitzensport nicht unter einen Hut bringen konnte. Aber auch der zweite Bildungsweg wird als Leistungssportler zur echten Herausforderung. Die Kombination Koch und Weitspringer erscheint explosiv. Für Christopher Ullmann allerdings stimmt es: «Kochen fasziniert mich, seit ich ein kleines Kind bin. Und sowohl beim Kochen wie auch beim Weitspringen löse ich mit meinen Leistungen eine direkte Reaktion und Emotionen aus.»

Die Elite-EM im Fokus

Auch für Salomé Lang, die Vierte der U23-Europameisterschaft vor einer Woche, beginnt bald ein neuer Lebensabschnitt. Sie zügelt von Basel nach St. Gallen und startet mit dem Wirtschaftsstudium. Zur Meisterhöhe von 1,80 m meinte sie: «Nach der EM, wo ich 1,86 m übersprang, war die Luft ein wenig draussen. Heute ging es primär um den Sieg und nicht um die Höhe.»

Die Höhe steht dann definitiv nächstes Jahr wieder im Fokus. Eine Steigerung der bisherigen Bestmarke von 1,87 m auf 1,90 m ist gefragt, um sich das Ticket für die Europameisterschaften der Elite in Berlin zu sichern.