Tennis
Old Boys mit knapper Niederlage beim Interclub-Auftakt

Die Basler haben die NLB-Partie gegen die Gäste aus Trimbach mit 4:5 verloren. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Doppelpartie, in welcher die Solothurner die etwas besseren Nerven zeigten.

Georges Küng
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Das Aushängeschild im OB-Team: Tim Pütz zeigte keine Blösse.

Das Aushängeschild im OB-Team: Tim Pütz zeigte keine Blösse.

Roman Aeschbach

Das unstete Wetter machte aus der Nationalliga-B-Partie zwischen Old Boys und Trimbach einen siebenstündigen Tennis-Marathon. Die sechs Einzelpartien konnten plangemäss auf der OB-Anlage am St. Galler-Ring ausgetragen werden. Doch bereits die letzten Ballwechsel zwischen dem Deutschen Tim Pütz und Marcin Gawron aus Polen, den beiden starken Nummern 1, fanden im einsetzenden Regen statt. Pütz, in der ATP immerhin auf Rang 291 klassiert, ist erst seit Oktober 2012 Profi. «Vorher habe ich in den USA, an der Auburn-Universität im Staate Alabama, Volkswirtschaft studiert und meinen Bachelor gemacht», erklärt der Frankfurter. Er lieferte sich mit Gawron (ATP 340), der für Polen Daviscup spielt und vor einigen Jahren einem gewissen Stanislas Wawrinka einen grossen Kampf geliefert und dabei in drei Sätzen sehr knapp verloren hatte. Mit dem Sieg von Pütz konnten die Old Boys auf 2:4 verkürzen. Vorgängig waren die Einzelpartien allesamt nach Ranglistenstärke ausgegangen.

Der Regen, der die neun Plätze unter Wasser setzte, führte dazu, dass Spieler, Betreuer und Matchbesucher ins Vitis Center nach Allschwil dislozieren mussten. Und während der gut zehnminütigen Fahrt konnten sich die beiden Spielleiter Jacques Rousseau (OB) und Bartolomé Szklarecki (Trimbach), nochmals Gedanken über die Zusammensetzung der drei Doppelpaare machen. Es war nicht verwunderlich, dass die Old Boys schnell auf 4:4 ausgleichen konnten. Sie hatten als Team nicht nur das geringere Leistungsgefälle, sondern ihre Paare waren auch eingespielter.

So musste das dritte Doppel entscheiden. Und auf dem Papier war die Paarung Philipp Kahoun (N3) und Dennis Baumgartner (N4) stärker als Alvaro Bello (N3) und Marek Szklarecki, der nur R2 klassiert ist. Und der Vergleich zwischen Basler und Solothurner wurde in der Tat mit den letzten Bällen entschieden. Denn im Doppel kommt im dritten Satz das sogenannte Champions-Tie-Break, wo auf zehn Gewinnpunkte (mit der Bedingung, dass man zwei Punkte mehr als die Rivalen haben muss) gespielt wird, zum Zug. Und da hatte Trimbach die besseren Nerven, weil die Gäste besser aufschlugen und auf dem schnellen Hallenbelag direkte Punkte erzielten. Weil es aber für jeden Spielgewinn einen Zähler gibt, waren die Verlierer nicht allzu traurig und die Gewinner nicht euphorisch.

Der TC Old Boys ist die einzige Equipe in der Region Basel, welche sich dezidiert zum Spitzen-Interclub bekennt. «Wir spielen in der richtigen Liga; die Nationalliga A ist für uns uninteressant und nicht erschwinglich», so Klubpräsident Niki von Vary, der seit elf Jahren die Tennissektion von Old Boys präsidiert. «Wir haben schon vor Jahren unsere Hausaufgaben richtig gemacht; bei uns soll es Platz für Spitzen- wie auch Hobbyspieler haben. Wir sind gut 700 Mitglieder, davon über 200 Junioren und sind damit der grösste Tennisclub der Nordwestschweiz», sagt von Vary mit berechtigtem Stolz.

Dass das Fanionteam dennoch auf den ersten Plätzen mit «Importspielern», primär aus Deutschland und Frankreich, besetzt sein muss, «ist normal. In der Schweiz haben wir nicht so viele N-Spieler; die meisten spielen in der Nationalliga A. Wer in der Nationalliga B bestehen will, benötigt diese Verstärkungen», weiss Niki von Vary. Und für viele dieser Akteure sind Interclub-Einsätze in der Schweiz ein sehr willkommener Zustupf.