Wenn jedoch zwei zentrale Mittelfeldspieler wie Onur Akbulut und Adrien Fleury die Lücke im Sturm schliessen müssen, sagt dies trotz den Abwesenden einiges über die fehlende Breite des Kaders aus.

Dazu kommt noch, dass Sayilir immer gerne überraschende Rotationen vornimmt, wie beispielsweise die Reaktivierung des Team-Coachs Vilson Dedaj als Torhüter vor einem Monat oder der versuchten Umfunktionierung von Mittelstürmer Pascal Rietmann als Verteidiger im Sommer, was sich nicht lange bewährte.

Umgesetzter Plan hilft nicht

Beim Tabellenzweiten waren die Umstellungen nicht wirklich sichtbar, am Ende konnte dennoch nichts zählbares nach Hause genommen werden. «Das ist sehr schade, denn wir haben kämpferisch überzeugt und unseren Plan, auf Konter zu spielen, gut umgesetzt», erklärte Pascal Rietmann nach der Partie.

Unglücklich war sicherlich das 1:0 durch einen nicht sonderlich platzierten Flachschuss von Chentouf, nachdem die Gäste sich nicht aus der eigenen Abwehrreihen befreien konnten. Immerhin folgte die Antwort bereits kurze Zeit später, als OB-Kapitän Onur Akbulut mit einem wunderschönen Schlenzer in die weite Ecke zum Ausgleich traf. 

Durchzogenes Kalenderjahr

In der zweiten Hälfte wurde Nyon-Stürmer Hugo Fargues zum Mann des Spiels. In der 66. Minute legte Fargues mit einem Freistosstreffer für die Waadtländer vor. Immerhin konnten die Basler prompt reagieren: Edonis Asani nutzte einen Abpraller von Keeper Barroca und erzielte mit dem Kopf seinen ersten Promotion-League-Treffer.

Doch Fargues entschied die Partie nur vier Minuten nach dem Ausgleich: Der Franzose setzte sich im gegnerischen Strafraum gegen drei Abwehrspieler durch und spitzte den Ball via Pfosten ins Tor. Wie so oft in der Vergangenheit sah die Basler Defensive bei diesem Treffer nicht sonderlich gut aus.

Zum ersten Mal unter dem Strich

«Das ist sehr bitter, denn wir waren in dieser Phase die bessere Mannschaft», meinte Rietmann. Auf Grund dieser 2:3-Niederlage überwintern die Old Boys in der sechsten Promotion-League-Saison zum ersten Mal unter dem Strich. Gleichzeitig geht ein durchzogenes Kalenderjahr zu Ende: 32 Pflichtspiele, neun Siege, neun Unentschieden, 14 Niederlagen.

Dies ist auch die Bilanz von Aziz Sayilir, der Samir Tabakovic letztes Jahr an der Seitenlinie ablöste. Doch Pascal Rietmann ist zuversichtlich: «Wir haben einige Partien seit dem Sommer sehr unglücklich verloren, aber wie sagt man so schön: Über eine Saison gleicht sich dies wieder aus.»