Schweizer Cup
Old Boys: Zum wiederholten Male „ehrenvoller Verlierer“

Trotz schwachen Grasshoppers: Die Old Boys scheiden nach einer 0:2-Niederlage in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups aus.

Jeremy Weill
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Die Zürcher jubeln über ihr Führungstor in der Verlängerung.

Die Zürcher jubeln über ihr Führungstor in der Verlängerung.

Keystone

Samir Tabakovic begrüsste die Journalisten à la „hier stehen wir wieder“; wie letztes Jahr musste sich der Trainer nach einer unglücklichen Niederlage erklären. Auch der dienstältere Sportchef Rafet Öztürk wirkte leicht hilflos und musste mit ironischem Unterton eingestehen: „Es ist schon etwas bitter, wieder als ehrenvoller Verlierer vom Platz zu gehen.“ Die Old Boys und der Schweizer Cup – in den letzten vier Jahren wahrlich keine Liebesgeschichte. Vor drei Jahren eine knappe Niederlage gegen den FCB nach Verlängerung, dann zwei Mal in letzter Minute gegen einen Challenge-Ligisten verloren (Lugano, Schaffhausen) und nun eine bittere 0:2-Niederlage nach Verlängerung. Und dies gegen arg ersatzgeschwächte Grasshoppers: Kapitän Kim Källström und Topscorer Caio blieben während 120 Minuten auf der Bank, der Isländer Sigurjónsson figurierte nicht einmal im Aufgebot. „Die Old Boys hatten heute das erfahrenere Team“, attestierte auch GC-Trainer Pierluigi Tami. An der Erfahrung scheiterte das Weiterkommen der Gelbschwarzen nicht, eher an der Kondition: Nach gut 70 Minuten und einem relativ ausgeglichenen Spiel war es um die Offensivbemühungen der Basler geschehen.

Klaus mit mehreren „Big Saves“

Die Partie war in puncto Chancen ausgeglichen. Für die Old Boys vergaben Sevinc, Ahmeti und Müller mehrere Gelegenheiten. Auf der anderen Seite trafen die Zürcher zwei Mal ans OB-Gehäuse und immer wieder war Torhüter Oliver Klaus zur Stelle: Kamberi, Gjorgjev und Lavanchy scheiterten mit ihren Versuchen mehrmals am Ormalinger. Auch wenn die Grasshoppers ab Mitte der zweiten Halbzeit das Zepter definitiv in die Hand nahmen, wirkte der Rekordmeister über die gesamte Partie hinweg äusserst ideenlos.

Unnötiger Siegestreffer

Jan Bamerts vorentscheidender Siegestreffer in der Verlängerung war symptomatisch für den Auftritt beider Teams: Sein Kopfball kullerte langsam ins Tor; Sudar, Klaus und Leuthard sahen dabei unglücklich aus. Zudem verschuldete Mergim Ahmeti den Eckball zuvor, in dem er den Ball zu spät klärte. „Uns hat etwas die Cleverness gefehlt, das unterscheidet auch den Amateur- vom Profifussball“, erklärte Tabakovic nach dem Spiel. Schliesslich sorgte Lavanchy nach einem Konter für das Schlussresultat. Enttäuschend war neben der Niederlage auch die Zuschauerzahl. Nur rund 400 zahlende Gäste befanden sich unter den 1000 Zuschauern. „Es zeigt, dass es für Sport in dieser Stadt neben dem FCB kaum Platz hat“, monierte Rafet Öztürk, nebst Sportchef auch Leiter der OB-Geschäftsstelle. Vielleicht braucht es bei den Old Boys für einmal den Einzug in die zweite Runde des Schweizer Cups – vielleicht kommen dann auch ein paar Zuschauer mehr auf die Schützenmatte.

Telegramm:

BSC Old Boys – Grasshoppers 0:2 n.v (0:0; 0:0)

Schützenmatte - 999 Zuschauer – SR Jaccottet

Tor: 105. Bamert 0:1, 120. Gjorgjev 0:2

OB: Klaus; Leuthard, Limanaj, Dünki, Gutierrez; Müller (95. Sudar), Sahin, Sevinc (77. Korkmaz), Ahmeti (106. Novakovic); Akbulut; Barry.

GC: Vasic; Lüthi, Bamert, Rhyner, Antonov; Munsy (81. Sherko), Basic, Brahimi (115. Alpsoy), Gjorgjev; Kamberi; Tabakovic (69. Lavanchy).

Bemerkungen: 13. Freistoss Lüthi an den Pfosten. 80. Abpraller Lavanchy an die Latte. OB ohne Bartlomé, Tiago Lopes und Terzic (kein Aufgebot). GC ohne Andersen (verletzt), Gülen (gesperrt), Barthe, Sigurjonsson (kein Aufgebot). - Verwarnungen: 13. Rhyner, 24. Munsy, 82. Müller, 110. Gutierrez (alle Foul), Gjorgjev (Ball wegschlagen).