Mountainbike
Olympia 2012: Katrin Leumann sichert sich das Ticket für London

Katrin Leumann hat die richtige Balance zwischen Anspannung und Lockerheit gefunden. Im letzten, für die Olympia-Selektion relevanten Weltcuprennen in La Bresse (Fr), sicherte sich die 30-jährige Cross-CountryBikerin aus Riehen das Ticket für London.

michael schenk
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Endlich am Ziel: Katrin Leumann sichert sich im entscheidenden letzten Rennen das so lang ersehnte Ticket für die Olympischen Spiele.

Endlich am Ziel: Katrin Leumann sichert sich im entscheidenden letzten Rennen das so lang ersehnte Ticket für die Olympischen Spiele.

Keystone

In den französischen Vogesen fuhr sie auf Rang sieben und erfüllte damit nach der Aargauerin Esther Süss als zweite Schweizerin die Selektion-Kriterien von Swiss Olympic (Top-8-Rang im Weltcup). «Mir ist ein Fels vom Herzen gefallen», freut sie sich.

Form hat gestimmt

Sie habe gewusst, dass die Form stimme, sagt sie. Mitgeholfen aber, dass sie die Norm letztlich in souveräner und kontrollierter Manier heimfuhr, hat zweifellos auch der Fakt, dass sie erstmals in dieser Weltcupsaison ohne Sturz, Defekt oder Krankheit im Vorfeld über die Runden kam.

Die Baslerin kann sich indes offenbar auch optimal auf den Punkt fokussieren. «Es scheint so», sagt sie. Schon an der Team-EM 2010, als sie nach Jahren des Wartens endlich selektioniert wurde, brillierte sie danach auf der Strecke und holte Gold mit dem Team und später auch im Einzel.

Noch am Abend vor dem Rennen in La Bresse hat sich Katrin Leumann den Champions-League-Final angeschaut. «Ich hätte zwar lieber gehabt, dass die gewinnen, die den FC Basel rausgeschossen haben – aber so entscheidend war das nicht», sagt sie lachend. Hauptsache, die richtige Dosis Ablenkung.

Zeichnungen und Chärtli

An den Olympischen Spielen in Peking 2008 musste Leumann, trotz erfüllter Norm, als überzählige Schweizerin über die Klippe springen. 2004 in Athen wurde sie in letzter Sekunde eingeflogen, nachdem sich die für den Start vorgesehene Petra Henzi den Fuss gebrochen hatte.

«Das war natürlich keine ideale Vorbereitung. Entsprechend lief es auch nicht ausgesprochen gut.» Leumann, die seinerzeit auch punkto Kleidung und Equipment nur noch Restposten der helvetischen Olympia-Delegation ausstaffiert wurde, klassierte sich auf dem 19. Rang. Nun, diesmal wird sie als Vollposten, voll ausgerüstet und voller Medaillen-Ambitionen an die Olympischen Spiele reisen.

Zumal ihre Formkurve ideal verläuft. Chärtli und Zeichnungen von ihren Kindergärtlern hat Leumann gestern schon etliche erhalten. Nach dem Olympia-Rennen werden es garantiert noch eine ganze Menge mehr sein.