Im Kampf um den letzten Platz im Team musste die junge Bubendörferin dem erfahrenen Paul Estermann den Vortritt lassen.

Paul Estermann zu stark

Noch ein letztes Mal wollte sich Janika Sprunger am vergangenen Wochenende am CSIO in Rotterdam aufdrängen – und tat dies auch. Mit ihrem erst 9-jährigen Nachwuchspferd Palloubet d’Halong konnte sie ihre starke Form auch in den Niederlanden bestätigen. Einziges Problem: Ihr direkter Konkurrent um den letzten verbleibenden Olympia-Platz, Paul Estermann, wuchs über sich hinaus und blieb gleich zweimal fehlerlos. «Paul ist derart gut geritten, dass ich wohl auch mit einer Doppelnull nicht an ihm vorbeigekommen wäre», konstatiert Sprunger im Nachhinein.

Sie akzeptiert den Entscheid von Teamchef Urs Grünig auf faire, sportliche Art und sieht sogar schon Positives: «Ich bin froh über die Erfahrungen, die ich in der Qualifikation sammeln konnte, die machen mich stärker.» Estermann sei nun mal der erfahrenere Reiter und besitze auch ein Pferd, das einiges routinierter sei als ihre beiden Jünglinge. «Mit Uptown Boy und Palloubet steht mir aber eine goldene Zukunft bevor, da trauere ich Olympia nicht lange hinterher.» Sprunger könne «voll und ganz» verstehen, dass man lieber einen routinierten, abgeklärten Teamkollegen an seiner Seite wisse, als eine junge, unerfahrene Reiterin.

In Anbetracht des bevorstehenden Programms hat Sprunger so oder so nicht lange Zeit, Trübsal zu blasen. Bereits heute steht das Jungtalent an den Schweizer Meisterschaften in Schaffhausen im Einsatz. Nach zahlreichen Teilnahmen in den Juniorenkategorien startet sie heuer zum ersten Mal in der Elite. Bereits am kommenden Dienstag steht dann ein weiteres Karriere-Highlight auf dem Programm: Sprunger reist nach Aachen, dem Mekka aller Pferdesportler. «Seit zehn Jahren verfolge ich das Turnier am TV, und nun bin ich endlich dabei: Ein Traum geht in Erfüllung!» Das Turnier in Aachen ist auch der Grund, wieso Sprunger ihre Top-Pferde für Schaffhausen zu Hause lässt: «Ich freue mich sehr auf die Schweizer Meisterschaft, aber der Fokus liegt klar auf Aachen.»

Vorfreude auf Sotschi 2016

Genau dort besteht denn auch eine letzte klitzekleine Chance auf Olympia: «In Aachen gehen drei Olympia-Pferde an den Start, wenn sich eines verletzt, rücke ich nach, aber auf eine Verletzung hoffen würde ich natürlich nie.» Und sollte es dann tatsächlich nicht so sein, dann können wir uns schon jetzt auf Sotschi 2016 freuen: Dann wohl mit Janika Sprunger.