Ob 4-jährige Knirpse der Kategorie Schüler 1 oder die über 60-jährigen Oldies der Kategorie M60 – sie alle waren nicht auf Einkaufsbummel, sondern drehten auf schnellen Sohlen ihre Runden durch die dichten Zuschauerreihen. Traditionell stellten die Schüler zahlenmässig die grössten Felder. Deshalb auch immer wieder ein farbenfrohes Bild, wenn die Jüngsten voller Eifer losrennen – man will dem mitfiebernden Mami und Papi ja etwas zeigen.

Running Trail zum Jubiläum

Das Laufspektakel im Stedtli ist in der regionalen Sportszene seit 30 Jahren erfolgreich verankert. Trotzdem verpassten die Organisatoren des TV Liestal der Jubiläumsausgabe einige Neuerungen. So wurde ein Teil des bewaldeten Streckenabschnitts in eine beschilderte Trainingsstrecke umfunktioniert und kann so als ausgemessener Running Trail auch ausserhalb eines Wettkampfs in ein kontrolliertes Lauftraining eingebaut werden. Als besonderer Jubiläumsgag wurde ein Ultralight Backpack mit 30 Jahren Garantie an alle Finisher abgegeben. «Widerstandsfähig und lang anhaltend, wie unser Stadtlauf», scherzte OK-Chef Bruno Carnot. Jubiläumsstimmung auch bei Heinz Dieffenbach aus Liestal und Sepp Nussbaumer aus Lampenberg. Die beiden 63- und 58-Jährigen haben nämlich als einzige alle 30 Liestaler Stadtläufe bestritten. «Wir denken noch lange nicht ans aufhören», sagten die zwei Senioren.

Berhanes Hattrick

Während sich in den Schülerkategorien über 1300 Meter die Besten meistens erst im Schlussspurt durchsetzten, gab es im 5,2 Kilometer langen Rennen der Stedtliläufer klare Sieger. Anita Appius aus Lausen distanzierte in 19:28,3 als schnellste Frau die zweitplatzierte Zoé Zimmermann aus Allschwil um 34,8 Sekunden. Mit 37,9 Sekunden Vorsprung auf Millyon Layne aus Füllinsdorf gewann der Birsfelder Nicolas Roditscheff das Rennen der Männer in 14:28,2. Auf der 12 Kilometer langen Aussenstrecke, der eigentlichen Pièce de résistance des Liestaler Stadtlaufs, war Oqubit Berhane eine Klasse für sich. Der für den LC Fortuna lizenzierte Eritreer doppelte nach seinen Siegen in den beiden Vorjahren nach und erlief sich als Tagesbester einen klassischen Hattrick. Trotz grossem Vorsprung von 1:14,5 auf den Schaffhauser Andy Sutz verfehlte der 34-Jährige seinen eigenen Streckenrekord von 39:26 um knapp 17 Sekunden. Die Bergspezialistin Maja Chollet aus Palézieux gewann in 50:06,6 das Frauenrennen, 1:36 vor der Liestalerin Simone Hertenstein.