Nein, die aufregendsten 90 Minuten aller Zeiten waren es bestimmt nicht, die das Publikum auf dem Rheinfelder Schiffacker zu sehen bekam. Zu harm- und ideenlos agierte die Heimmanschaft, vor allem in der äusserst schwachen zweiten Hälfte. Dies obwohl das Spiel zwischen Rheinfelden und NK Pajde ganz gut begann. Beide Teams suchten von der ersten Minute an den direkten Weg zum gegnerischen Tor. Von Abwarten keine Spur.

Frühe Tore auf beiden Seiten

Bereits nach einer Viertelstunde lag das Leder erstmals im Netz. Ademaj traf aus rund 18 Metern unhaltbar in die Maschen. Rheinfelden reagierte jedoch prompt und kam drei Minuten später zum Ausgleich. Kryeziu wurde am linken Flügel lanciert, umkurvte den herausstürmenden Torwart und schob locker zum 1:1 ein.

Ein Leader fehlte bei Rheinfelden

Der Ausgleich schien die Rheinfelder aber eher zu lähmen als zu beflügeln. Von nun an kam vom Gastgeber nicht mehr viel. Pajde übernahm das Zepter und erarbeitete sich mit konsequentem Flügelspiel Chance um Chance. «Wir hatten mit diversen Absenzen zu kämpfen, dadurch hat uns ein klarer Leader auf dem Platz gefehlt», erkannte Rheinfelden-Trainer Sandro Kamber nach der Partie. Tatsächlich suchte man beim Heimteam vergebens nach einem Antreiber, der seinen Kameraden als gutes Beispiel vorangeht.

Pajde um einiges besser

Ganz anders NK Pajde. Die Rakitic-Truppe machte einen agilen und aggressiven Eindruck. Folgerichtig gingen die Möhlemer auch bald wieder in Führung. Erst verwertete Amitoski einen korrekt gepfiffenen Elfmeter, ehe er kurz vor der Pause gleich nochmals zuschlug. Torwart Durmaz machte es dem Pajde-Captain aber auch nicht sonderlich schwer, als er einen bereits gefangenen Eckball genau vor die Füsse von Amitoski fallen liess.

Schwache zweite Hälfte

Nach dem Wechsel begann dann auch Pajde etwas abzubauen, sodass sich ein Spiel auf bescheidenem Niveau entwickelte. Ohne erkennbare Absicht, dieses Spiel um jeden Preis noch drehen zu wollen, rannte Rheinfelden vergebens an und konnte die Führung der Gäste zu keinem Zeitpunkt mehr ernsthaft in Gefahr bringen. «Den letzten Willen habe ich heute nicht gesehen», musste dann auch Coach Kamber eingestehen.

Rakitic lobt den Einsatz

Pajde hingegen kann endlich wieder etwas aufatmen. «Wir wussten, dass wir nur über den Kampf aus dieser Negativspirale herausfinden», sagte ein erleichterter Dejan Rakitic nach dem Spiel. «Vor allem mit dem Einsatz meiner Mannen war ich heute sehr zufrieden».

So gewann am Ende die entschlossenere Mannschaft verdient drei Punkte und setzt sich im erklärten Ziel «oberes Mittelfeld» fest.