Paralympics
Nordwestschweizer Beteiligung an vier Disziplinen bei den Paralympics in Tokio

In der Schweizer Delegation sind eine Basler Badmintonspielerin, ein Baselbieter Handbiker und zwei Athleten aus dem Fricktal dabei.

Riccardo Ferraro
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Im Schweizer Team an den Paralympics sind unter anderen vier Nordwestschweizer dabei. Silvio Keller (rechts) gehört dazu.

Im Schweizer Team an den Paralympics sind unter anderen vier Nordwestschweizer dabei. Silvio Keller (rechts) gehört dazu.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Am 8. August wurden die für die Schweiz sehr erfolgreichen Olympischen Spiele 2020 beendet. Nach den Olympischen Spielen ist traditionellerweise vor den paralympischen Spielen. Diese werden ebenfalls in Tokio ausgetragen und starteten bereits gestern. Bis am 5. September kämpfen die Parasportler in 22 verschiedenen Disziplinen um Medaillen. Die Schweizer Delegation setzt sich aus 21 Athletinnen und Athleten zusammen. Mit dabei sind auch vier Sportlerinnen und Sportler aus der Region Basel und dem erweiterten Umkreis.

Karin Suter-Erath

Vor allem im Doppel mit Cynthia Mathez könnte die Baslerin Karin Suter-Erath im Badminton für die Schweiz erfolgreich sein. Die Sporttherapeutin, welche nach einem schweren Unfall querschnittgelähmt ist, startete ihre Karriere als Tennisspielerin und nahm in dieser Sportart bereits an zwei Ausgaben der Paralympics teil. 2004 in Athen holte sie im Doppel Bronze und spielte sich in den Folgejahren in die Top-Ten der Weltrangliste. 2008 in Peking startete Suter-Erath nur im Einzel. Wie in Athen schied sie in dieser Kategorie bereits in der ersten Runde aus. Nach Peking trat sie erstmals zurück.

Karin Suter-Erath geht für die Schweiz im Parabadminton an den Start.

Karin Suter-Erath geht für die Schweiz im Parabadminton an den Start.

Barbara Scherer / WOZLZB

In ihrem Job als Sporttherapeutin spielte Suter-Erath sehr oft Badminton. Die Sportart fing ihr an zu gefallen – sie trainierte öfter, härter und wurde mehrfach Welt- und Europameisterin. Nun da Badminton erstmals eine paralympische Disziplin ist, vertritt sie die Schweizer Farben im Einzel und im Doppelwettbewerb, die vom 1. bis zum 5. September stattfinden.

Tobias Fankhauser

Tobias Fankhauser ist ein Handbiker aus Hölstein, der seine Passion zum Fahrrad auch nach einem Fahrradunfall, der ihn zum Tetraplegiker machte, nicht verloren hat. Schon in der Reha trainierte er auf dem Handbike. Ab dem Gymnasium trainierte er intensiver und nahm 2010 erstmals an einer Weltmeisterschaft teil.

Tobias Fankhauser vertritt die Schweiz in den Cyclingdisziplinen an den Paralympics in Tokio.

Tobias Fankhauser vertritt die Schweiz in den Cyclingdisziplinen an den Paralympics in Tokio.

Gabriel Monnet

Zwei Jahre später startete Fankhauser bereits an den Paralympics. In London wurde er überraschend Zweiter. Auch an Weltmeisterschaften etablierte er sich in der Weltspitze. An den paralympischen Spielen in Rio holte Fankhauser 2016 wieder eine Medaille.

Neben seiner bevorzugten Disziplin, dem Strassenrennen, startet Fankhauser in Tokio auch im Zeitfahren und in der Team-Staffel. Das Zeitfahren findet am 31. August statt, das Strassenrennen am 1. September und die Staffel am 2. September.

Nicole Geiger

Amigo, Phal de Lafyette und Ry de Lafayette – diese klingenden Namen gehören den Pferden von Nicole Geiger. Schon vor ihrem Reitunfall, durch den sie eine inkomplette Tetraplegie hat, war sie eine begeisterte Reiterin. Die Physiotherapeutin aus Zeiningen (AG) startet an den Paralympics in der Disziplin Para-Dressage.

2016 erreichte sie in Rio an den Paralympics den sechsten Platz im Team-Test. Ein Jahr später erritt sich Geiger an den Europameisterschaften in Göteborg zweimal eine Bronzemedaille. Ihre Wettkämpfe finden am 26. und am 30. August statt.

Silvio Keller

Als erster der vier regionalen Parasportler startet in Tokio Silvio Keller im Tischtennis. Der Wettbewerb in Tokio dauert vom 25. bis am 30. August. Keller, der vor einem Badeunfall und der daraus folgenden Lähmung vom Brustkorb abwärts, in der ersten Mannschaft des FC Wallbach Fussball spielte, hätte eigentlich gar nicht nach Tokio reisen sollen. Die Qualifikation für die Paralympics schaffte er nicht.

Nicht qualifiziert und doch dabei – der Tischtennisspieler Silvio Keller.

Nicht qualifiziert und doch dabei – der Tischtennisspieler Silvio Keller.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Weil aber ein Konkurrent auf die Teilnahme verzichtete, kam der Wallbacher zum Handkuss. Vor diesen Paralympics überzeugte Keller 2019 an der Europameisterschaft, an der er sich die Bronzemedaille erspielte. Erfahrungen an paralympischen Spielen hat Keller schon. In London wurde er Fünfter und in Peking schied er in der Gruppenphase aus. In Tokio bekommt er nun unverhofft eine weitere Chance.

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