Paulo Sousa, wie speziell war es für Sie, gegen Ihren ehemaligen Verein zu spielen?

Paulo Sousa: Es ist immer etwas Spezielles, wenn man Leute wiedersieht, mit denen man mal zusammengearbeitet hat. Ich habe es sehr genossen, und das tue ich immer. Die Leute in Basel haben mir geholfen, als Mensch und als Trainer zu wachsen. Und ich denke man hat auch gesehen, wie gut unser Verhältnis noch immer ist.

Sind Sie denn noch regelmässig in Kontakt mit den Leuten in Basel?

Regelmässig nicht. Sie haben ihren Fokus auf ihre Ziele gerichtet und haben auch noch ein eigenes Leben, wie wir auch. Daher hören wir uns nicht sehr oft. Wenn sich aber die Möglichkeit ergibt, dann hört man sich.

Sie sind seit November Trainer bei Tianjin Quanjian in China. Wie ist Ihr Leben dort?

Bis jetzt gibt es das noch gar nicht. Ich war zwar mal zehn Tag gemeinsam mit meinem Assistenten Nacho Torreño dort, um mir alles anzuschauen, Dinge zu organisieren und sicher zu stellen, dass wir alles haben, um einen guten Job zu machen. Aufgrund des schlechten Wetters in China haben wir uns dazu entschieden, die beiden Trainingslager ausser Landes zu machen. Zuerst in Doha, jetzt in Marbella. Danach gehen wir dann zurück, und dann fängt mein Leben in China eigentlich erst an.

Wieso haben Sie sich dazu entschieden, nach China zu gehen?

Im Leben hängt immer alles davon ab, welche Möglichkeiten sich ergeben. Dann muss man entscheiden, ob man das will oder nicht. Bei mir war es im November so, dass sich diese bei Tianjin Quanjian aufgetan hat.

Ist die chinesische Liga vergleichbar mit der Super League?

Nein. Der chinesische Fussball wächst im Moment. Dies ist vor allem so, weil in den vergangenen Jahren viele Top-Trainer mit viel Erfahrung dort angefangen haben zu arbeiten. Zusammen mit den ausländischen, qualitativ starken Spielern, die ebenfalls nach China gekommen sind, haben sie dafür gesorgt, dass das Niveau im Training gestiegen ist. So können sich der chinesische Fussball und die Spieler auf ein höheres Niveau kommen.

Wie schwierig ist es, nicht direkt mit den Spielern sprechen zu können?

Es ist tatsächlich so, dass wir immer Übersetzer brauchen. Es gibt ja Vereine, wo du dich erst eingewöhnen musst. Aber hier hat gleich in den ersten zwei, drei Tagen alles funktioniert. Die Spieler setzen auf dem Platz auch um, was wir wollen. Daher bin ich sehr zufrieden.

Haben Sie vor, Chinesisch zu lernen?

Ich schaue mal, ob ich das schneller lerne als Deutsch (lacht).

Ist es Ihr Ziel, länger dort bleiben?

Mein Ziel ist es immer, das zu tun, was ich liebe: Spieler weiter zu entwickeln und das Maximum aus ihnen heraus zu holen. Und das kann man überall machen.

Irgendwann wollen Sie aber weiterhin die Champions League gewinnen, oder?

Das ist sicher etwas, das ich noch immer im Kopf habe. Und ich bin mir sicher, dass ich diese Chance in meiner Laufbahn bekommen werde.