Premier League
Pep Guardiola nach dem Sieg gegen Chelsea: «Wir reiten auf einer Welle!»

Manchester City schlägt den amtierenden Meister zwar bloss mit 1:0 – aber demütigt die Londoner trotzdem. Mit einem schier unfassbaren Passrekord.

Sébastian Lavoyer
Merken
Drucken
Teilen
Trainer Pep Guardiola strebt mit Manchester City in dieser Saison das Triple an

Trainer Pep Guardiola strebt mit Manchester City in dieser Saison das Triple an

KEYSTONE/AP/TIM IRELAND

Wenn die Passmaschine von Manchester City mal heiss läuft, verdrehen die Skyblues ihren Gegnern regelmässig den Kopf. Das musste der FC Basel vor 20 Tagen bitter erfahren. 809 Pässe schlugen die Spieler um den deutschen Doppeltorschützen Ilkay Gündogan, 4:0 bezwang der Gast aus England den Schweizer Meister im Joggeli. Es war eine Lehrstunde für die Basler. Doch es geht noch schlimmer.

Gestern traf Pep Guardiolas Truppe auf den amtierenden englischen Meister Chelsea. Zwar gewinnen die Cityzens dank einem Tor von Bernardo Silva zwar nur knapp mit 1:0. Doch was sie während der etwas mehr als 90 Minuten ihrem Publikum zeigen, ist etwas vom Verrücktesten, was der englische Fussball je gesehen hat. 902 erfolgreiche Pässe schlagen die Gastgeber. Premier-League-Rekord.

Schon bald könnte City weitere Bestmarken knacken. Zum Beispiel den Punkterekord von Chelsea aus der Saison 2004/05 (95 Punkte). Noch bleiben in England neun Runden zu spielen. Holt man 17 der möglichen 27 Punkte, ist der Rekord egalisiert. «Wer an Rekorde denkt, gewinnt gar nichts. Rekorde sind immer die Konsequenz deines Handelns. Ich spreche mit meinen Spielern nie darüber, sondern immer nur über unser nächstes Ziel, das nächste Spiel. Und ich kann ihnen versichern, dass wir gegen Basel genauso spielen wollen, wie wir das gegen Chelsea gemacht haben», sagt Guardiola nach dem Spiel.

Der FCB braucht ein Wunder

Noch vor einem Jahr verlor er gegen Contes Chelsea zu Hause mit 1:3. Jetzt lässt Conte ein 5-4-1 spielen und bringt im Sturm nicht Giroud oder Morata, sondern Mittelfeldmann Eden Hazard. Er mauert – und scheitert trotzdem. «Wir haben gegen den Meister keinen einzigen Schuss auf unser Tor zugelassen. Das war grossartig. Umso mehr, wenn man berücksichtigt, dass wir nur zweieinhalb Tage hatten nach dem Spiel gegen Arsenal, während sich Chelsea die ganze Woche auf dieses Spiel vorbereiten konnte.»

Als er gefragt wird, was sich verändert habe zwischen der Heimniederlage letzte Saison und der Machtdemonstration in dieser, sagt der Katalane: «Wir spielten auch damals gut, aber kleine Dinge konnten uns schnell aus dem Tritt bringen. Jetzt haben wir Vertrauen, wir reiten auf einer Welle!»

Und Basel muss aufpassen, dass es nicht drunter kommt. Denn Guardiolas Passmaschine scheint nur ganz kurz den Tritt verloren zu haben: Eine knappe Woche nach dem 4:0-Triumph in Basel schieden die Cityzens überraschend aus dem FA-Cup aus. 0:1 gegen Wigan Athletic, einen Drittligisten. Danach setzten sie ihren Höheflug fort, bezwangen Arsenal erst im Ligapokal und dann in der Meisterschaft mit 3:0. Und gestern die Lehrstunde für Meister Chelsea.

Die Basler dagegen rutschten vollends in die Krise, verloren erst gegen St. Gallen und dann im Cup-Halbfinal gegen YB. Rhythmus hätten sie brauchen können. Doch erst kam ihnen der Winter dazwischen (Lausanne) und dann ein Stromausfall (FCZ). Es braucht ein Wunder, wenn der FCB gegen dieses City auch nur einen Punkte holen will.