Peter Schädler, wieso kommt Concordia in dieser Saison nicht auf Touren?

Peter Schädler: Ich glaube nicht, dass wir unter den Erwartungen liegen. Der Punkt ist: Die 1. Liga ist ganz klar stärker geworden, wir aber nicht. Selbst frühere Spitzenklubs wie Black Stars oder Münsingen bekunden in dieser Saison Probleme, vorne mitzuhalten. Kein Wunder, denn Klubs wie Zug oder Cham operieren mit einem Millionen-Budget.

Dennoch, Sie stehen auf dem vorletzten Platz, haben nach elf Runden erst ein Spiel gewonnen.

Gut möglich, dass wir etwas schwächer sind als in der Vergangenheit. Wir sind nicht eingespielt, haben neue, junge Spieler. Wir benötigen Zeit, der Erfolg kommt nicht von heute auf morgen.

Sie besitzen die Uefa-Pro-Lizenz, könnten jeden Verein trainieren. Macht es noch Spass bei Concordia?

Das Auf und Ab ist Teil des Trainerjobs. Wir hatten drei sehr schöne Jahre, sind zweimal aufgestiegen. Jetzt liegt ein schwieriges halbes Jahr hinter uns. Es ist meine Aufgabe, das Schiff in die richtige Richtung zu steuern.

Spielt Concordia in der richtigen Liga?

Natürlich spielen wir in der richtigen Liga. Aber wir müssen Anpassungen vornehmen. Nach dem Aufstieg in der vorletzten Saison war klar, dass wir beissen müssen.

Was für Anpassungen?

Wie gesagt: Die Liga ist stark. Es geht nicht mehr, dass man junge Spieler von den A-Junioren oder aus der 2. Liga direkt in die erste Mannschaft integriert.

Wie lautet Ihre Devise im Spiel gegen Schlusslicht Bern?

Das ist ganz klar ein 6-Punkte-Spiel. Wir spielen auswärts und müssen die Räume zustellen. Ich verlange von meinen Spielern, dass sie die Taktik umsetzen, hinten stabil stehen und dann gezielt Angriffe lancieren.

«Verlieren verboten», geben Sie das den Spielern für das Schlüsselspiel gegen Bern mit auf den Weg?

Verlieren verboten muss ich ihnen nicht sagen. Wir spielen jetzt seit einem halben Jahr in dieser Besetzung, jeder kennt die Tabellensituation, da braucht es keinen expliziten Hinweis wie diesen.

Noch bleiben drei Spiele bis zur Winterpause. Ihr Ziel?

Ich will nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern. Das heisst, dass in Bern ein Sieg her muss.

Mit Bern und Grenchen sind zwei sehr schwache Teams in der Gruppe. Beruhigt das die Nerven?

So zu denken ist sehr gefährlich. Wir dürfen uns nicht in einer falschen Sicherheit wiegen. Oft sind es die Krisen-Teams, die im Winter aufrüsten. Plötzlich muss man auf den Viertletzten schielen. Auf die Schwäche von Bern und Grenchen dürfen wir uns nicht verlassen.

Was passiert bei Concordia in der Winterpause?

Im Winter habe ich die Zeit, das Team weiterzuentwickeln. Nicht mit Verstärkungen, sondern mit Arbeit. Wir feilen am Konzept, trainieren die Umschaltphasen.