In den letzten Wochen war viel vom litauischen Quartett bei den Starwings-Basketballern geschrieben worden. Doch nach dem ersten Heimauftritt beim Novartis-Cup muss man konstatieren, dass Miroslav und Stefan Petkovic Herz, Motor und Seele des Arlesheimer-Birsfelder Kombinats waren.

Am Samstag hatte die einzige Deutschschweizer Mannschaft der Nationalliga A gegen den luxemburgischen Spitzenklub Sparta Bertrage gewonnen. Und dabei den gut gelaunten Zuschauern feine Basket-Kost gezeigt.

Captain löst fast im Alleingang

Im Finalspiel gegen die BG Karlsruhe, welche heuer den Aufstieg in die 1. Bundesliga anstrebt, wurden die «Wings» vor grössere Probleme gestellt. Doch diese löste Captain Miroslav Petkovic in den ersten 20 Minuten fast im Alleingang, denn der Zürcher mit serbischen Wurzeln erzielte sagenhafte 18 Zähler. In der zweiten Hälfte war dann der 20-jährige Nationalspieler Stefan Petkovic unwiderstehlich und dafür besorgt, dass die Deutschen beim Stand von 58:63 nicht davonziehen konnten.

Grosse Klasse

Weil die Baselbieter auf Rokas Uzas, den «spiritus rector» und vermeintlich besten Skorer verzichten mussten, wirkten auch seine drei Landsleute in einigen Momenten desorientiert. Routinier Arunas Vasiliauskas warf in den beiden Partien 13 Dreier – und keiner fand den Weg in den Korb. Es war irgendwie paradox, dass es just der Flügelspieler war, der den letzten Angriff mit einem erfolgreichen 4-Meter-Wurf von der Grundlinie erfolgreich beendete und so zum «Matchwinner» avancierte.

Der neue Center, Povilas Cukinas, deutete an, über welch grosse Klasse und Spielintelligenz er verfügt. Der 210-Zentimeter-Mann kann Dreier werfen, traf von der Freiwurflinie alles – und einzig in der Defense wünschte man sich ihn explosiver und entschlossener beim Rebound. Doch er ist erst seit drei Tagen in Birsfelden und hat sich in dieser kurzen Zeit bereits ins Team und Kollektivspiel integriert.

Positiv überrascht

Der Deutsche Niels Menck, in der Saison 2008/09 selber bei den Starwings, war von den Baselbietern positiv überrascht. «Mir hat es gefallen, wie sie den Ball zirkulieren lassen und stets den Mann mit dem offenen Wurf suchen. Wir hatten zwei gewichtige Absenzen und konnten weniger rotieren als die Heimmannschaft», so Menck, dessen Distanzwürfe weiterhin zum Besten gehören, was die 2. Bundesliga zu bieten hat.

Captain am Ende etwas «überdreht»

Dass Miroslav Petkovic in der dramatischen Endphase sehr motiviert, vielleicht sogar ein wenig «überdreht» agierte und wegen eines Ballwegschlagens auch ein technisches Foul erhielt, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Birsfelder in Miro und Stefan Petkovic über zwei Basketballer verfügen, welche die anderen Nationalliga-A-Teams mit Handkuss verpflichten würden. Und beide wurden vom Publikum, zu Recht, mit grossem Applaus bedacht, denn sie waren dafür verantwortlich, dass der Novartis-Pokal in der eigenen Vitrine bleibt.