Super League
Platzsturm, Rekorde und Kitsch, was für ein Saisonabschluss für den FC Basel

Ein Doppelpack von Seydou Doumbia und Renato Steffen und ein Riese sorgen dafür, dass der FC Basel nicht nur Meister wird, sondern auch noch drei Rekorde bricht. Zu Reden gibt aber sicherlich auch der Platzsturm der Muttenzerkurve, die mit der Aktion ihren Präsidenten huldigt.

Céline Feller (Text) und Jakob Weber (Liveticker)
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Moment des Triumphs: Die Pokalübergabe.
31 Bilder
Die Spieler tragen den Pokal durchs Stadion.
Die Freude über den Meistertitel ist riesig.
Basler Freudentaumel nach dem Spiel.
Edelfan Roger Federer durfte Bernhard Heusler verabschieden.
Bernhard Heusler und Georg Heitz freuen sich über den gelungenen Abschluss.
Marc Janko erzielt Sekunden nach seiner Einwechslung das 4:1.
Basler Jubel nach dem 3:1 durch Doumbia.
Nach der Aktion zogen sich die Fans friedlich wider auf die Tribüne zurück.
Der abtretende FCB-Präsident mit der FCB-Flagge.
Die Basler Anhänger stürmen das Feld mit einem Banner.
FC Basel - FC St. Gallen 02.06.17
Die Fans mit einer beeindruckenden Choreo.
Renato Steffen trifft zum 2:1.
Die Basler bejubeln Steffens Tor.
Währenddessen macht sich Marc Janko für einen Einsatz bereit.
Doumbia im Laufduell mit Wittwer.
Doumbia ärgert sich über eine vergebene Chance.
Kampf um den Ball zwischen Basels Elyounoussi gegen St. Gallens Haggui.
Danijel Aleksic tritt zum Freisstoss an...
...und trifft zum 1:1-Ausgleich.
Seydou Doumbia trifft zum 1:0 und übernimmt damit die Führung in der Torschützenwertung.
Die Basler feiern den Führungstreffer.
Die Spieler laufen ins Stadion ein.
FCB-Präsident Bernhard Heusler spricht vor dem Spiel zu den Fans.
Heusler leitet die Verabschiedung von Marc Janko, Urs Fischer und Markus Hoffmann.
Urs Fischer bedankt sich bei den Fans...
...und der Mannschaft
Marc Janko verlässt den Verein nach zwei erfolgreichen Saisons.
Haben ihren Spass: Trainer Urs Fischer (rechts) und sein Assistent Markus Hoffmann verlassen den FCB beiden nach der Saison.
Roger Federer verfolgt die Szenen gebannt von der Tribüne aus.

Moment des Triumphs: Die Pokalübergabe.

Keystone

58 Minuten lang musste Urs Fischer darauf warten. Und dann hatte er Gewissheit. Er hat es geschafft. Nicht nur, dass er das Double nach Basel geholt hat, das erste Mal nach fünf Jahren, nein, er hat auch noch Rekorde gebrochen. Solche, von denen man einst sagte, sie wären für die Ewigkeit. In der Saison 2003/2004 war es, als der FCB 85 Punkte holen konnte. Am Freitagabend wurde diese Bestmarke geknackt.

Nach 13 Jahren. 86 Punkte konnte die Mannschaft von Urs Fischer sammeln. Und damit einen mehr.

Eingeleitet hatte den Sieg, den 26. in der Meisterschaft, mit dem die Basler ausserdem den Rekord von derselben Saison egalisieren, Seydou Doumbia. Man ist schon fast versucht zu sagen «wer denn sonst?» – ist es doch das 20. Tor des Ivorers.

Damit kürt er sich zum Torschützenkönig. Zum dritten Mal in seiner Zeit in der Super League. Mit seinem Tor konnte er den verletzten Guillaume Hoarau doch noch einholen. Dass Doumbia auch noch nachdoppeln konnte – es passt zu diesem Abend. Es ist ein weiterer, wenn auch individueller Rekord, den sich der FCB Ausgabe 2016/2017 holen konnte.

Janko mit der Hacke

Aber diese zwei Bestmarken, sie sind mitnichten die einzigen. So konnte des Weiteren der Torrekord aus der Saison 2009/2010 gebrochen werden. Verantwortlich dafür? Renato Steffen mit seinem Tor in der 58. Minute, sowie Marc Janko. Keine Minute stand er auf dem Platz, als er mit seiner ersten Ballberührung mit der Hacke zum 4:1 treffen konnte. Auch das: eine weitere, perfekte Anekdote, an diesem fast schon zu perfekten Abend.

Und weil der FCB mit dem 4:1-Sieg auch drei Treffer mehr erzielt als bekommen hat in seinem letzten Saisonspiel, konnte die Tordifferenz auf ein Plus von 57 hinauf geschraubt werde. Damit fällt auch der dritte Rekord aus dem Jahr 2003/2004.

Hinzu kommt, dass der FCB in dieser Saison nur zwei Niederlagen kassierte sowie zu Hause ungeschlagen bleibt. Damit konnten zwar «nur» Bestmarken egalisiert werden (erstere aus der Spielzeit 2013/2014/, zweitere aus den Saisons 2003/2004 sowie 2004/2005).

Diesmal für die Ewigkeit?

Aber trotzdem. Es demonstriert einmal mehr die unglaubliche Stärke, die der Schweizer Meister in dieser Spielzeit national hat zeigen können. Es sind eindrückliche Zahlen. Mächtige. Und dieses Mal vielleicht wirklich welche für die Ewigkeit.

Geschafft hat ausgerechnet Urs Fischer. Er, der Ur-Zürcher, lange nicht akzeptiert und kritisiert in Basel. Ihn selber interessierten Rekorde nie gross. Sie waren höchstens Anreize, um eine immer stärker abfallende Spannung einigermassen hochhalten zu können.

Fischer-Transparent «Eine vo uns»

Und doch werden sie eine Bestätigung, wenn nicht gar eine Genugtuung sein, auch wenn Fischer dieses Wort nicht mag. Er ist besser als Über-Trainer Christian Gross. Besser als alle, die je an der Seitenlinie dieses Vereins standen.

Vor dem Spiel hatte er gesagt, dass es speziell werden würde. Sehr speziell. Wie speziell, hatte er sich aber kaum ausmalen können. Denn Fischer schaffte etwas, was man nie in einem Geschichtsbuch finden wird, aber ihm wahrscheinlich noch mehr bedeuten wird als alle Rekorde.

Vor dem Spiel wurde ein Transparent hochgehalten mit den Worten «Eine vo uns». Er hat es geschafft. Das Unmögliche.

Hier der Liveticker zum nachlesen