Jeffrey Schmidt startete an diesem Wochenende mit dem Porsche Carrera Cup auf dem Norisring. Der 22-Jährige überzeugte mit der Bestzeit im Freien Training und Top-3-Platzierungen im Qualifying. Nach einem packenden Duell stoppte den Lechner Huber Racing-Pilot im ersten Rennen allerdings ein defekter Reifen. Im zweiten Lauf sicherte sich der Schweizer Rang fünf - trotz erneuter Probleme. Ein enttäuschendes Wochenende für den sonst so erfolgreichen Piloten, der sich die Meisterschaft als Saisonziel gesetzt hatte.

Jeffrey, das Wochenende hat für dich erfolgreich begonnen. In beiden Qualifyings bist du in die Top-3 gefahren.

Jeffrey Schmidt: In den Qualifyings ging es unglaublich eng zu. Ich habe mit den Startplätzen zwei und drei mit 0,162 bzw. 0,244 Sekunden Rückstand nur ganz knapp die Poles verpasst. Ich muss zugeben, dass ich nach meiner Bestzeit im Freien Training schon etwas mit Startposition 1 geliebäugelt hatte. Deshalb war es etwas schade, aber mit dieser Ausgangslage war immer noch viel möglich. Das hat uns sehr positiv gestimmt und Hoffnung auf ein gutes Wochenende gemacht.

Das erste Rennen lief jedoch nicht wie gewünscht.

Ja, leider. Ich bin von Platz zwei losgefahren und kurz danach bei einem Überholmanöver ein wenig von der Strecke abgekommen. Dabei habe ich mit meinen Wagen die Wand leicht touchiert. Im ersten Moment dachte ich, es wäre nicht weiter schlimm. Allerdings habe ich mir dabei den Kotflügel an einer Stelle so verschnitten, dass dieser sich in einen Reifen drückte - zwei Runden später war er ruiniert. Ich wollte noch schnell an die Box abbiegen, doch leider hatte sich ein Teil des Reifens in der Aufhängung verfangen und eine Weiterfahrt war nicht mehr möglich. Ich habe Konkurrenten beobachtet, die in einem Rennen drei oder vier Mal genau wie ich die Wand berührt haben und ihnen ist nichts passiert. Im Moment gilt wirklich: Wenn man kein Glück hat, kommt noch Pech dazu.

Umso größer war dann sicher dein Ehrgeiz für Rennen zwei.

Natürlich! Ich dachte mir, jetzt muss ich voll attackieren! Ich war auch sicher mit mehr Risiko unterwegs. Von Rang drei losgefahren, habe ich zwar kurzzeitig ein paar Plätze eingebüßt, wollte jedoch schnell wieder angreifen, um nach vorne zu kommen. Leider war zu diesem Zeitpunkt die Lücke zur Spitze bereits sehr groß und im Startgetümmel hatte ich mir zu allem Überfluss noch rechts und links jeweils einen Bremsplatten eingefangen. Damit auf dem Norisring über 35 Runden zu fahren, war absolut nicht einfach. Zusammenfassend war das gesamte Rennen nach den ersten paar Kurven eigentlich schon gelaufen, weshalb Rang fünf noch Schadensbegrenzung war. Einfach extrem schade, denn es war so viel möglich an diesem Wochenende.

Weiter geht es für dich schon kommende Woche beim Porsche Supercup in Österreich. Wie bereitest du dich auf das Rennen vor?

Die nächsten zwei Tage werde ich noch entspannen, um meinen Kopf frei zu bekommen. Dann gilt der volle Fokus dem Supercup, wo ich in der Gesamtwertung momentan auf Platz drei liege, mit nur zehn Punkten Rückstand auf Position zwei - da ist also noch viel möglich in dieser Saison. Vor allem, da sämtliche Strecken kommen, auf denen ich in der Vergangenheit bereits erfolgreich war.

Was erwartest du dir vom Rennwochenende auf dem Red Bull Ring?

Ich bin vor zwei Jahren das erste Mal in Spielberg gefahren. Ich muss zugeben, bisher war es eine Achterbahn der Gefühle für mich! Während es beim Debüt mit Platz zwei ausgesprochen gut für mich lief, verhinderte 2015 ein technischer Defekt eine Podiumsplatzierung. Deshalb glaube ich auch, dass es nach einem guten und einem schlechten Jahr diesmal wieder richtig gut für mich laufen sollte.