Egal wie oft Raphael Wicky in dieser Saison personell oder systemtechnisch auch rochiert hat, einer stand – abgesehen von den drei ersten Cuprunden – ausnahmslos immer auf dem Platz: Michael Lang. 

Lang ist der absolute Dauerläufer. 41 Mal kam er in der sich dem Ende neigenden Saison bereits zum Einsatz. Nur ein einziges Mal absolvierte er dabei nicht die gesamte Spieldauer, sondern wurde ausgewechselt. Notabene in der Schlussphase. 

Am Sonntag gegen den FC Thun wird Lang aber nicht auf dem Platz stehen. Weil er letztes Wochenende in Sion zu lange brauchte, um einen Einwurf auszuführen, zeigte der Schiedsrichter ihm die gelbe Karte – die vierte für ihn in dieser Saison, was eine Sperre zur Folge hat. 

Unweigerliche Premiere 

Da mit Taulant Xhaka jener Spieler verletzt fehlt, der die Position Langs auch schon bekleidet hat, kommt es gegen Thun unweigerlich zu einer Premiere. Unabhängig davon, für welche Option sich Trainer Raphael Wicky sich entscheidet. Denn sowohl Option 1 – Neftali Manzambi – als auch Option 2 – Raoul Petretta – haben in einem Ernstkampf noch nie auf der Position des Rechtsverteidigers agiert. 

Bislang schien Manzambi die Nase vorne zu haben, wurde er doch immerhin bereits die ganze Saison als Lang-Back-Up aufgebaut. «Die Chancen stehen aber 50 zu 50», klärt Wicky auf. Dass Manzambi noch nie in der Startelf gestanden hat und daher nervös sein könnte bei einem Debüt vor knapp 30'000 Menschen, sei kein Hinderungsgrund. Schliesslich zeigte gerade die zweite Option, Raoul Petretta, im Spiel gegen Benfica, dass es manchmal ganz gut ist, ins kalte Wasser geworfen zu werden. 

Die Frage nach dem Vertrauen 

Ebendieser Petretta ist eine Möglichkeit, die bislang keiner so richtig auf der Rechnung hatte. Obwohl der angestammte Linksverteidiger erst letzten Sonntag gezeigt hat, dass er polyvalent ist: dort zog ihn Wicky für die Schlussphase auf die Position des Sechsers. «Raoul kann überall spielen», sagt Wicky. Im Nachwuchs habe er ihn zwar nie auf der rechten Aussenverteidigerposition sondern auf dem Flügel gebracht, «aber für einen Aussenverteidiger ist der Ablauf taktisch auf beiden Seiten genau gleich.»

Die Frage, die sich stelle, sei einzig, wie gross Petrettas Vertrauen in seinen schwächeren rechten Fuss sei. «Es würden sicher weniger Flanken kommen als mit dem linken Fuss, aber so wiederum könnte er in die Mitte ziehen und dort mit links schiessen.»

Entscheidend wird für Wicky sein Gefühl sein, dass er im Abschlusstraining am Samstag haben wird, wie er sagt. «Ich traue es ihnen beiden zu.»