Orientierungslauf
Rahel Friederich findet sich im Stadt-Dschungel besonders gut zurecht

Die Baslerin läuft am Montag an den Weltmeisterschaften im finnischen Vuokatti den Sprint. Dieser wird nicht im Wald, sondern in der Stadt durchgeführt. Dieses Terrain liegt ihr.

Von Roland Eggspühler
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Rahel Friederich bestreitet am Montag das Sprintrennen.

Rahel Friederich bestreitet am Montag das Sprintrennen.

Heinz Dürrenberger

Letztes Jahr an der Heim-WM in Lausanne holte sich Rahel Friederich ihr erstes WM-Diplom, nachdem sie sich zwischen 2008 und 2011 in der Sprint-Rangliste stetig nach vorne gearbeitet hatte. Nur 2009 in Ungarn, als der Sprint an Weltmeisterschaften letztmals im Wald ausgetragen wurde, war Friederich nicht im Schweizer Team.

Hat sie, die das städtische Gelände offensichtlich sehr gut im Griff hat, etwa Mühe mit dem Wald? «Nein, ich laufe sehr gerne im Wald. Und ich mag neben dem Sprint in der Stadt auch die übrigen Disziplinen, die in der Natur ausgetragen werden», holt Friederich aus und stellt fest, dass sie mit dem städtischen Gelände einfach besser klar komme als andere.

Sie ist in Basel aufgewachsen, und die dortige Stadt-OL-Karte ist ein Werk ihres Bruders Hannes. Er fertigte sie im Rahmen seiner Maturaarbeit an, zu einer Zeit, als es noch kaum solche Karten gab.

Druck von hinten

Sprint-Spezialistin Friederich weiss, dass die übrigen OL-Disziplinen wohl nie aus dem Wald kommen werden. Entsprechend hat sie in den letzten zwei Jahren eine Menge ins Training im Wald investiert: «In den Selektionsläufen trug es dieses Jahr noch keine Früchte, aber das wird sich noch auszahlen», ist sie sich sicher.

Sie sei überhaupt froh, ihren Startplatz für den Sprint zu haben in Anbetracht der Schwächung an der Nordic-Tour infolge einer Erkältung.

Damit spricht Friederich die steigende Konkurrenz im Schweizer Frauenteam an: Mit Sarina Jenzer (kommt in der Langdistanz zum Einsatz) und Julia Gross (Ersatz) machen zwei Athletinnen Druck, die vor zwei Jahren noch im Juniorenalter waren.

Friederich zählt inzwischen zu den Routiniers, entsprechend ruhig geht sie ins Rennen, in dem sie wiederum einen Diplomrang erreichen will: «Die gesundheitlichen Probleme sind überwunden, ich fühle mich bereit.»

Diesmal kein «WM-Koller»

Der Sprint ist die Auftakt-Disziplin an Weltmeisterschaften. Für Rahel Friederich war das 2010 in Trondheim (Norwegen) alles andere als einfach: «Ich hatte Mühe, den Rest der WM nur als Zuschauerin mitzuverfolgen.»

Für dieses Jahr macht sie sich keine Sorgen, denn sie kann sich im WM-Kontext auf die nächsten Einsätze vorbereiten: «Ich laufe danach an der Euromeeting in Schottland. Nach dem Sprint werde ich als Vorbereitung darauf in Finnland einige WM-Zuschauerläufe bestreiten.»

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