FC Basel
Raphael Wicky: «Aus einem 0:1 gegen Lugano gehe ich mit einem schlechteren Gefühl als aus einem 0:4 gegen Man City»

Drei Tage nach dem Spiel ist das Duell gegen Manchester City noch omnipräsent. Auch, weil das klare und brutale Resultat durchaus auch positive Folgen hat. Der Fokus liegt wieder voll auf der Meisterschaft. Und dort wartet am Samstag der FC St. Gallen.

Céline Feller
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FCB-Chefcoach Raphael Wicky hat aus dem Spiel gegen Manchester City nicht nur Schlechtes gezogen.

FCB-Chefcoach Raphael Wicky hat aus dem Spiel gegen Manchester City nicht nur Schlechtes gezogen.

GEORGIOS KEFALAS

Natürlich ist dieses Spiel gegen Manchester City auch drei Tage später noch Thema Nummer 1 rund um den FC Basel. Dieses «doch sehr klare und sehr brutale» 0:4, wie es FCB-Cheftrainer Raphael Wicky nennt. Doch trotz des deutlichen Verdikts konnte er gut schlafen, wie er sagt.

Den Grund dafür liefert er gleich nach: «Weil es trotzdem sehr viele Sachen in unserem Spiel gab, wo ich zufrieden bin mit der Mannschaft.» Man sei gut gestartet, hatte früh eine riesige Chance, hätte noch dazu einen Elfer verdient gehabt, so Wicky. «Natürlich waren die zehn Minuten mit den drei Gegentreffern schwierig. Aber wir haben danach trotzdem weiter versucht zu spielen. Auch beim Stand von 3:0 oder 4:0 haben wir weiter Pressing gespielt, das Spiel von hinten ausgelöst sowie Dinge zu kreieren versucht.»

Balanta weiter fraglich

Am Dienstag noch musste Raphael Wicky auf Eder Balanta verzichten. Die Schmerzen in den Waden waren zu gross. Am Freitag konnte der Kolumbianer das Abschlusstraining zwar absolvieren, ob er aber auch tatsächlich einsatzbereit ist, ist offen. «Wir sprechen uns am Samstagmorgen mit Eder und dem medizinischen Staff ab und entscheiden dann», erklärte Wicky. Ein Risiko wird er angesichts der noch langen Saison aber wohl kaum eingehen.

Mit dem Resultat sei man logischerweise nicht zufrieden, und man wolle auch keine Mentalität entwickeln, bei der man mit einer Niederlage leben könne oder diese gar schön redet. «Aber die Art und Weise unseres Spiels war gut. Wir haben extrem viel Leidenschaft gezeigt. Und ich habe eine Mannschaft mit Charakter gesehen. Aber auch eine, der natürlich die Grenzen aufgezeigt worden sind.» Daher sei das Gesamtgefühl noch immer gemischt. Nur etwas sei klar: «Aus einem 0:1 gegen Lugano gehe ich mit einem schlechteren Gefühl als aus einem 0:4 gegen Manchester City.»

Und auch wenn natürlich ein Weiterkommen ein Traum und ein immenser Exploit gewesen wäre, so ist das doch sehr wahrscheinliche Ende der europäischen Kampagne auf eine Art auch gut: Denn so hat der FCB Zeit, sich wieder vollkommen der Meisterschaft und dem Cup zu widmen. Vor allem Ersteres ist und bleibt die absolute Priorität. Genau deshalb muss am Samstag gegen St. Gallen auch zwingend ein Sieg her.

Das Spiel gegen City habe der Mannschaft auch wieder Rhythmus gegeben. Dieser hatte unübersehbar in den ersten beiden Spielen des Jahres gegen Lugano und Thun völlig nachvollziehbarerweise etwas gefehlt. «Natürlich merkt man, dass wir sechs bis sieben Wochen Pause hatten. Aber das will ich dennoch nicht als Ausrede gelten lassen.»

Zeit für Ausreden bleibt auch nicht. Der FCB muss vorlegen, YB spielt erst am Sonntag. Und gegen St. Gallen ist ein Sieg Pflicht, sind die Espen in diesem Jahr doch noch ohne Sieg.