Natürlich ist dieses Spiel gegen Manchester City auch drei Tage später noch Thema Nummer 1 rund um den FC Basel. Dieses «doch sehr klare und sehr brutale» 0:4, wie es FCB-Cheftrainer Raphael Wicky nennt. Doch trotz des deutlichen Verdikts konnte er gut schlafen, wie er sagt. 

Den Grund dafür liefert er gleich nach: «Weil es trotzdem sehr viele Sachen in unserem Spiel gab, wo ich zufrieden bin mit der Mannschaft.» Man sei gut gestartet, hatte früh eine riesige Chance, hätte noch dazu einen Elfer verdient gehabt, so Wicky. «Natürlich waren die zehn Minuten mit den drei Gegentreffern schwierig. Aber wir haben danach trotzdem weiter versucht zu spielen. Auch beim Stand von 3:0 oder 4:0 haben wir weiter Pressing gespielt, das Spiel von hinten ausgelöst sowie Dinge zu kreieren versucht.»

Mit dem Resultat sei man logischerweise nicht zufrieden, und man wolle auch keine Mentalität entwickeln, bei der man mit einer Niederlage leben könne oder diese gar schön redet. «Aber die Art und Weise unseres Spiels war gut. Wir haben extrem viel Leidenschaft gezeigt. Und ich habe eine Mannschaft mit Charakter gesehen. Aber auch eine, der natürlich die Grenzen aufgezeigt worden sind.» Daher sei das Gesamtgefühl noch immer gemischt. Nur etwas sei klar: «Aus einem 0:1 gegen Lugano gehe ich mit einem schlechteren Gefühl als aus einem 0:4 gegen Manchester City.»

Und auch wenn natürlich ein Weiterkommen ein Traum und ein immenser Exploit gewesen wäre, so ist das doch sehr wahrscheinliche Ende der europäischen Kampagne auf eine Art auch gut: Denn so hat der FCB Zeit, sich wieder vollkommen der Meisterschaft und dem Cup zu widmen. Vor allem Ersteres ist und bleibt die absolute Priorität. Genau deshalb muss am Samstag gegen St. Gallen auch zwingend ein Sieg her.

Das Spiel gegen City habe der Mannschaft auch wieder Rhythmus gegeben. Dieser hatte unübersehbar in den ersten beiden Spielen des Jahres gegen Lugano und Thun völlig nachvollziehbarerweise etwas gefehlt. «Natürlich merkt man, dass wir sechs bis sieben Wochen Pause hatten. Aber das will ich dennoch nicht als Ausrede gelten lassen.»

Zeit für Ausreden bleibt auch nicht. Der FCB muss vorlegen, YB spielt erst am Sonntag. Und gegen St. Gallen ist ein Sieg Pflicht, sind die Espen in diesem Jahr doch noch ohne Sieg.