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Raphael Wicky hat seine Mannschaft gefunden – drei Erkenntnisse aus dem Lugano-Spiel

Der grosse Leckerbissen war das Spiel zwischen dem FC Basel und dem FC Lugano nicht. Vielmehr war es ein Arbeitssieg des FCB in Unterzahl. Wichtige Erkenntnisse können trotzdem daraus gezogen werden.

Céline Feller
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Zum dritten Mal in Folge vertraute Raphael Wicky auf die gleiche Startformation. Zum dritten Mal in Folge ist man ungeschlagen geblieben.

Zum dritten Mal in Folge vertraute Raphael Wicky auf die gleiche Startformation. Zum dritten Mal in Folge ist man ungeschlagen geblieben.

Keystone

Viel Fussball wurde zwischen dem FC Lugano und dem FC Basel am Sonntag nicht gespielt. Auch, weil die Basler ab der 24. Minute in Unterzahl agieren mussten. Dennoch zeigt das Spiel Tendenzen auf - für die restliche Saison und darüber hinaus.

1. Raphael Wicky hat seine Mannschaft gefunden

Nach den vielen Zuzügen und Abgängen im Winter hatte Raphael Wicky stets betont, dass sich eine Mannschaft zuerst finden muss. Das zählt sowohl für das Untereinander der Spieler, aber auch dafür, dass Wicky eine Stammelf hat eruieren müssen. Über weite Strecken der Saison stellte er von Spiel zu Spiel um. Sowohl Startelf als auch System, eine konstante Linie war nicht zu erkennen. Vor dem Duell gegen YB vor einer Woche sagte der FCB-Coach dann aber, dass er langsam das Gefühl habe, dass sich eine Mannschaft gefunden habe. Reichlich spät Anfang April, aber immerhin. Er bestätigte dies, indem er die selben elf Spieler von Beginn an laufen liess wie schon gegen Sion vor der Nati-Pause. Und ebendiese elf Spieler (Vaclik; Frei, Suchy, Lacroix; Lang, Zuffi, Xhaka, Riveros; Stocker, Ajeti, Elyounoussi) kamen auch gestern gegen Lugano wieder zum Einsatz. Zwar griff er in der Dreierkette ein, beorderte Marek Suchy wieder ins Zentrum, Léo Lacroix auf links (der gegen YB noch zentral agierte) und Fabian Frei, gegen YB auf links, zog er auf die rechte Seite ab. Abgesehen von diesen Anpassungen an den Gegner herrscht Konstanz. Zum Leidwesen eines Ricky van Wolfswinkels beispielsweise. Der Königstransfer wurde gegen Lugano nicht einmal eingewechselt. Eben so wenig wie die hoffnungsvollen Kevin Bua und Samuele Campo.

2. Elyounoussi kann es auch auf der kleinen Bühne

Gegen Manchester City glänzte er mit einem Tor und einem Assist und erinnerte damit an den Mohamed Elyounoussi, den man in der Hinrunde hatte bestaunen können. In den restlichen Spielen im Kalenderjahr 2018 war der Norweger aber meilenweit von seinen Leistungen der ersten Saisonhälfte entfernt. Er fiel nicht auf. Und wenn, dann nur durch die Tatsache, dass er seit dem 17. Dezember in der Liga auf einen Treffer wartet. Gegen Lugano aber war er der beste Basler Offensiv-Akteur. Er erzielte den Siegtreffer und hatte gar noch die Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Wieso er nicht immer so spielen könne, oder gar so wie gegen City, konnte er im Anschluss an das Spiel nicht erklären. "Vielleicht ist man gegen so starke Mannschaften wie City noch konzentrierter", suchte er nach Gründen, ohne von jenen, die er zu Protokoll gab, überzeugt zu sein. Die Transfergerüchte seien es aber auf keinen Fall gewesen, die sein Dargebotenes beinflusst hätten. Und sowieso wisse er: Wenn er nicht wieder konstant so spiele wie in der Hinrunde, dann werden es auch nur Gerüchte bleiben.

3. Platz zwei ist so gut wie sicher

Eine kurze Zeit lang hatte man sich etwas Sorgen machen müssen. Es war jene Zeit, in der St. Gallen durch den ehemaligen Basler Junioren Roman Buess 2:1 in Führung gelegen hatte gegen YB. So hätte der FCB die St. Galler und damit den Konkurrenten um Platz zwei in der Liga nicht distanzieren können. Sieg in Lugano hin oder her. Aber die St. Galler verschenkten die Führung und den Sieg noch, unterlagen am Ende dem designierten Meister YB mit 2:4. Somit hat der FCB nun bereits sieben Punkte Vorsprung auf die Ostschweizer und den zweiten Platz so gut wie sicher. Hinzu kommt, dass man mit einem weiteren Vollerfolg im Nachholspiel am Mittwoch gegen Zürich den Vorsprung gar auf zehn Punkte ausbauen kann. Somit dürfte der FCB das im Verlauf der Saison neu definierte Ziel, dem Erreichen von Platz zwei, erfüllen.

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