Leichtathletik
Rasend schnell durch die City

Das traditionelle Staffelrennen «Quer durch Basel» sorgte in der Innenstadt für verblüffte Gesichter. Unmöglich. Unmöglich, dass ein Mensch derart schnell laufen kann.

Jörg Greb
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Sport auf dem Barfüsserplatz: Start der Elite-Kategorie. Kenneth Nars

Sport auf dem Barfüsserplatz: Start der Elite-Kategorie. Kenneth Nars

bz Basellandschaftliche Zeitung

Ein Passant staunte, als er am frühen Samstagabend in der Innenstadt beim Barfüsserplatz flanierte. Er und seine Begleiterin blieben stehen. Um was geht es da? Wer läuft da? Der Speaker klärte auf: «D’Wältmeischter chömme». Doch die Steigerung folgte umgehend: eine Steigerung an Tempo, Geschmeidigkeit, Dynamik, Kraft und Stil. Schlicht «die Spucke weg» blieb dem Paar beim Verfolgen der anschliessenden Elite-Kategorie.

«Das ist genau das, worum es uns bei diesem Staffel-Rennen auch geht», sagte Karim Manaoui, der Schlussläufer des Siegerteams der Old Boys: «Zeigen, dass Leichtathletik attraktiv ist und Spass macht.» Und weil dies bei «Quer durch Basel» nicht im praktisch geschlossenen Leichtathletik-Zirkel geschieht, sondern ebenso vor einem Zufallspublikum der Einkaufenden und Stadtbummler, werden auch Uneingeweihte unkompliziert eingeweiht.

Auch deshalb betonte Manoui: «Für mich wars eine besondere Ehre, den Part des Schlussläufers zu übernehmen.» Die letzten 140 m der sechs Abschnitte waren es. Da spielte es keine Rolle, dass dieser für den 21-jährigen 400-m-Hürdenspezialisten nicht explizit auf seine Fähigkeiten zugeschnitten war. Sofort wurde der aktuelle Schweizer Hallenmeister über 400 m im Ziel in Beschlag genommen und um seinen Namenszug gebeten.

Strahlende Gesichter

Bereits zum 30. Mal wurde «Quer durch Basel» durchgeführt. Die ganz grosse Zugkraft hat der Traditionsanlass indes verloren. Nicht zuletzt mit der generell zurückgestuften Beliebtheit der Sportart Leichtathletik hat dies zu tun. Jene, die mittun, unterstreichen aber die Attraktivität. Und das motiviert die Organisatoren stets wieder von neuem: «Die strahlenden Kindergesichter, das entschädigt für den riesigen Aufwand.»

Und es müsste sich herumsprechen, welchen Stellenwert ein solcher Event für Vereine aufweisen kann. Denn, einseitig konzentriert sind die teilnehmenden Equipen: 19 Sechserteams stellte der TV Riehen, 17 OB – zusammen mehr als die Hälfte aller 65 Teams. Für den Riegenverantwortlichen des TVR, Matthias Müller, ist die starke Präsenz seines Vereins kein Zufall: «Das Quer durch Basel zählt zu unseren Saisonhöhepunkten.» Von einem «Zusammenrücken von Gross und Klein» spricht er, vom «Kitt innerhalb des Teams», von «der Möglichkeit sich zu profilieren, auch für solche, die es in der Einzelsportart Leichtathletik sonst nicht ganz einfach haben». Solche Gelegenheiten müssten vermehrt genutzt werden.

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