Die Taktik-Vorgabe fürs Martigny-Spiel bestand eigentlich nur aus zwei Worten: «Einfach spielen», verlangte Sharks-Trainer Dino Stecher von seinen Schützlingen. Gesagt, getan: Nach nur zwei Minuten netzte Julian Schmutz auf Pass von Sandro Gartmann zum 1:0 ein.

Eishockey könnte manchmal so einfach sein. Leider ging diese Basler Lockerheit schnell wieder verloren. Die Walliser Gäste bekamen ihrerseits vom Trainer eine wahrscheinlich höchst ähnliche Vorgabe und spielten sich in der 5. Minute geradlinig – und vor allem effizient – zum 1:1.

Danach dürfte sich Dino Stecher wohl fragend in der St. Jakob-Arena nach der plötzlich verloren gegangenen Leichtigkeit umgesehen haben. Auf dem Eis fehlte von ihr jedenfalls jede Spur. Einzig Brandon Bucks Pfostenschuss in der 8. Minute deutete an, was mit einer Prise Durchschlagskraft gepaart mit der nötigen Kaltblütigkeit möglich wäre.

Basel drückt, Martigny trifft

Im Mitteldrittel drückten die Sharks dann definitiv aufs Tempo. Der mitgereiste Live-Kommentator von Red Ice Martigny kriegte sich in den ersten 10 Minuten kaum mehr ein. Mit einem heiseren Wortgemisch aus «Bâle», «attention» und «dangereux» brachte der Walliser die Szenerie mehrmals treffend auf den Punkt.

Einzig das Wort «but» – Tor – schlich ihm bei den gefühlt Tausend Worten nie über die Lippen. Denn die Basler liessen Top-Chancen aus, während Martigny in der 33. Minute aus einer seiner wenigen Chancen eiskalt das 2:1 markierte.

Bitter, aber wahrscheinlich ein mit Grund, wieso Martigny in der Tabelle nun zehn Punkte vor den Baslern liegt. Nach 29 Sekunden im Schlussdrittel wurden die Sharks noch kälter geduscht als acht Minuten zuvor – 3:1. Auf Remo Hunzikers Anschluss zum 2:3 (47.) antwortete Martigny mit dem 4:2 (49.) und dem vorentscheidenden 5:2 (52.).

Damit ist Basel wieder mittendrin im grossen «Playoff-Zittern». Nach der Schlusssirene nahm man bei den Sharks wenigstens kein Blatt vor den Mund. «So gewinnen wir keinen Blumenstrauss», sagte der konsternierte Captain Marvin Frunz.

Eine Erklärung für die fehlende Konstanz hat auch Dino Stecher (noch) nicht gefunden. «Diese ständigen Schwankungen zehren langsam an den Nerven. Vielleicht fehlt es schlicht und einfach an der Qualität im Team».

Mittlerweile sind die Haie in der eigenen Halle seit einem Monat – also sechs Heimspielen – sieglos. «Dieser Umstand macht die Ausgangslage sicher nicht einfacher. Wie will der Funke so auf die Zuschauer überspringen?», fragt sich auch Frunz.

Die einzige Konstante scheint derzeit die Ratlosigkeit zu sein. Genau jetzt, wo die entscheidenden Wochen anstehen.