Unihockey
Rebecca Hermann nimmt für das Unihockey weite Wege auf sich

Rebecca Hermann spielt erfolgreich beim UHC Dietlikon. Die junge Frau aus Metzerlen lebt und studiert in Basel. Für ihre Leidenschaft nimmt sie einen langen Weg ins Training auf sich. Mit Erfolg: Am Weekend spielte sie für Nationalteam.

Olivier Winistörfer
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Rebecca Hermann im Nati-Dress.

Rebecca Hermann im Nati-Dress.

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Es ist eine kleine Weltreise, welche Rebecca Hermann aus Metzerlen hinter sich bringen muss, um ihre grosse Leidenschaft, das Unihockey, zu betreiben. Die Baselbieterin, welche momentan in einer WG in Basel lebt und Psychologie in der Rheinstadt studiert, nimmt dreimal in der Woche den Weg von Basel in den Kanton Zürich in Kauf, um dort mit ihrem Team, dem UHC Dietlikon, zu trainieren. Der Aufwand scheint sich zu lohnen für die 24-Jährige. Am letzten Wochenende durfte sie sich das Nationalmannschaftstrikot überstreifen und die Schweiz an der Euro Floorball Tour, dem Turnier der vier besten Unihockeynationen, gegen Schweden, Finnland und die Tschechische Republik vertreten. «Es ist sicherlich eine grosse Ehre, im Einsatz für die Schweiz zu sein. Für mich hat aber mein Klub ein hoher Stellenwert und ich bin glücklich, dass ich ein Teil dieser Truppe sein kann.»

Zwei Stunden von Tür zu Tür

Was ihr der UHC Dietlikon bedeuten muss, erkennt man, wenn man die Strecke betrachtet, welche sie zurücklegt. «Ich brauche von Tür zu Tür etwa zwei Stunden. Die Zeit während der Fahrt im Zug muss einfach sinnvoll genutzt werden», erklärt der ehemalige Junior von UH Leimental.

Region hat kein Spitzenteam

Auch für die Tagesplanung müsse sie bestimmte Punkte berücksichtigen, damit alles funktioniere: «Ich versuche, alles so zu planen, dass ich in meiner Freizeit auch wirklich nichts zu tun habe und nur geniessen kann.» Die Frage, ob dieser Weg nicht auch eine zu grosse Belastung für eine Studentin sei, kommt sicherlich auch auf: «Ich bin es gewohnt zu reisen für das Unihockey. Ich habe vor dieser Saison drei Jahre für die Burgdorf Wizards aus dem Kanton Bern gespielt und da war die Distanz etwa gleich.» Da sich in der Region Basel momentan keine Mannschaft in der höchsten Spielklasse befinde, müsse sie für ihre Leidenschaft diesen Weg hinter sich bringen. Auch vom ganzen Umfeld her fühlt sich Herrmann in Zürich wohl. «Ein Umzug kommt für mich aber nicht infrage. Ich will nicht den Kontakt zu Freunden und Familie verlieren und es gefällt mir, so wie es im Moment ist.» Sie könne sich auch vorstellen, irgendeinmal wieder bei ihrem alten Klub, dem UH Leimental, zu spielen: «Ich möchte vielleicht später auch einmal wieder etwas zurückgeben, ob als Spielerin oder Trainerin weiss ich nicht.»