Tennis

Rebeka Masarova: «Den Titel zu holen, war schon heftig»

Rebeka Masarova mit der Trophäe ihres ersten grossen Titels, jenem an den Junioren-French-Open. Keystone

Rebeka Masarova mit der Trophäe ihres ersten grossen Titels, jenem an den Junioren-French-Open. Keystone

Die Baslerin Rebeka Masarova gewann vergangene Woche die French Open der Juniorinnen. mit uns spricht sie über ihre Ziele nach dem Sieg in Roland Garros.

Rebeka Masarova, Sie haben am Sonntag die Junioren-French-Open gewonnen. Ganz ehrlich, hatten Sie sich das vor dem Turnierstart zugetraut?

Rebeka Masarova: Den Gedanken, dass ich es schaffen könnte, habe ich schon gehabt. Ich habe mich auch so vorbereitet in den Trainings, dass es klappen könnte. Als ich dann am Turnier war, habe ich im ersten Spiel aber nicht gleich gemerkt, dass alles drin liegt. Aber im Hinterkopf war dieser Gedanke sicher immer.

Direkt nach dem Titelgewinn haben Sie gesagt, es sei komisch zu sagen, dass Sie eine Grand-Slam-Gewinnerin sind. Wie ist es zwei Tage danach?

Es fühlt sich immer noch etwa gleich an wie am Sonntag. Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht, aber langsam realisiere ich es. Ich bin richtig stolz, auch auf mein Team. Sie haben mir sehr viel geholfen.

Was hat den Unterschied im entscheidenden Spiel ausgemacht?

Ich war die ganze Zeit über sehr konzentriert. Bei den wichtigen Punkten habe ich gut gespielt und die richtigen Entscheidungen getroffen.

Wie haben Sie nach dem Sieg gefeiert?

Gleich nach dem Turnier musste ich den ganzen Tag noch vor Ort bleiben und Dopingkontrollen absolvieren, wie alle anderen Finalteilnehmer auch. Als ich das geschafft hatte sind wir zum Eiffelturm gefahren, um ein paar Fotos zu machen. Am Abend sind wir in Paris dann noch essen gegangen. Und am Montag, meinem freien Tag, haben wir zu Hause ein Barbecue gemacht und gefeiert.

Wie haben Sie Ihren freien Tag sonst noch genutzt?

Ich war den ganzen Tag im Garten und habe einfach mal nichts gemacht. Abgesehen vom Beantworten der vielen tollen Nachrichten, die ich bekommen habe. Und das waren doch recht viele.

Wer hat Ihnen denn alles gratuliert?

Vor allem Freunde und Familie. Aber auch Belinda (Bencic; Anm. d. Red.) hat mir geschrieben und gratuliert. Und sie hat auch einen Tweet abgesetzt gleich nach meinem Sieg, das war sehr herzig. Ich kenne sie ja schon von früheren Turnieren in der Schweiz.

Sie sind in einem Jahr von der ziemlich unbekannten Juniorin zur Gewinnerin des Junioren-Grand-Slam in Paris aufgestiegen. Wie haben Sie Ihre Entwicklung erlebt?

Letztes Jahr bin ich in Paris noch in der Qualifikation wegen ein paar Punkten gescheitert und nicht ins Haupttableau gekommen. Und jetzt habe ich das Turnier gewonnen. Das ist schon heftig. Aber es hat natürlich richtig Freude gemacht.

Als nächstes steht Wimbledon vor der Tür. Was trauen Sie sich nach dem Erfolg in Paris dort zu?

Ich würde mich schon freuen, wenn ich ein ähnliches Resultat erzielen könnte. Ich mag alle Bodenbelege gleich gut und rechne mir daher auch Chancen aus, weit zu kommen.

Was sind Ihre Ziele in diesem Jahr?

Ich will bei den Junioren die Nummer eins der Welt werden. Ich bin zwar nicht mehr weit davon entfernt, aber die letzten Punkte auf dem Weg zur Spitze sind extrem schwer, weil ja auch die anderen Punkte sammeln konnten. Und per Ende Jahr ist es dann mein Ziel, bei den Profis mitspielen zu können.

Ihre Mutter ist Spanierin und Ihr Vater Slowake, dennoch spielen Sie für die Schweiz. War es nie ein Thema, für eine der beiden anderen Nationen aufzulaufen?

Am Anfang habe ich für Spanien gespielt, weil wir dort auch noch in Barcelona lebten. Später wollte ich dann aber wechseln und will nun auch definitiv für die Schweiz spielen.

Weil Basel mehr Ihr Zuhause ist, als es dies Barcelona war?

Ich habe sechs Jahre in Spanien gelebt und habe wunderschöne Erinnerungen daran und noch immer viele Freunde dort. Aber da meine Familie hier ist, ist Basel schon mehr mein zu Hause, ja.

Hier absolvieren Sie auch Ihre Schule?

Wie lange brauchen Sie denn noch, bis Sie Ihren Schulabschluss machen können?

Noch etwa zwei Jahre. Das kommt aber natürlich ganz darauf an, wie weit ich jeweils an den Turnieren komme und somit, wie viel ich Tennis spielen kann (lacht).

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