Der Saisonstart ist gut gelungen. Im Rahmen der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM), dem prestigeträchtigsten Wettkampf im Schweizer Schachsport, hat die Schachgesellschaft Riehen die ersten drei Spiele gewonnen. Titelverteidiger Zürich hat überraschend das Stadt-Derby gegen Réti verloren, dafür aber Genf geschlagen, und Winterthur hat gegen Genf verloren.

Spitzenspiel gegen Genf

Diesen Sonntag empfangen die Riehener Genf zum Spitzenkampf der Runde – die Begegnung beginnt um 12.30 Uhr, gespielt wird im Lüschersaal der Alten Kanzlei (Haus der Vereine) in Riehen. Mannschaftsleiter Peter Erismann sieht gute Chancen, dass sein Team den Vorsprung an der Spitze ausbauen kann.

«Mehrere unserer Spieler sind sehr gut in Form. Nicolas Brunner hat im Rahmen der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft soeben seine dritte Grossmeisternorm erfüllt und auch Ioannis Georgiadis spielt sehr überzeugend. Unsere sechs Spitzenspieler verfügen im Moment über viel Spielpraxis», sagt Erismann.

Rennen unter Topklubs offen

Er war schon dabei, als die SG Riehen 1979 erstmals in die Nationalliga A aufgestiegen ist. Nach einigen Saisons als «Liftmannschaft» zwischen Nationalliga A und B, etablierte sich die SG Riehen unter den Schweizer Topklubs und gehört der obersten Spielklasse seit 2003 ununterbrochen an.

Im Jahr 2009 holten die Riehener als Dritte erstmals einen Podestplatz und wurden 2011 erstmals Vizemeister, wofür sie mit dem Sportpreis der Gemeinde Riehen ausgezeichnet wurden. Seit 2011 beendeten die Riehener die Meisterschaft stets auf einem Podestplatz. Für ganz zuoberst reichte es aber noch nie.

Das Team-Foto der Schachgesellschaft Riehen vor dem Saisonauftakt zu Hause gegen Bodan Kreuzlingen, stehend von links: Christian Flückiger, Ralph Buss, Olivier Renet, Mannschaftsleiter Peter Erismann, Sebastian Schmidt-Schaeffer; kniend: Ognjen Cvitan, Andreas Heimann, Jörg Hickl und Ioannis Georgiadis.

Das Team-Foto der Schachgesellschaft Riehen vor dem Saisonauftakt zu Hause gegen Bodan Kreuzlingen, stehend von links: Christian Flückiger, Ralph Buss, Olivier Renet, Mannschaftsleiter Peter Erismann, Sebastian Schmidt-Schaeffer; kniend: Ognjen Cvitan, Andreas Heimann, Jörg Hickl und Ioannis Georgiadis.

Das soll sich diese Saison ändern. «Wir sind reif für den Titel», glaubt Erismann, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass das Rennen unter den Topklubs sehr offen sei. «Wir haben als einzige noch gegen keinen der direkten Meisterschaftskonkurrenten gespielt. Aber Genf liegt uns. Allerdings ist Genf ein Team mit grossen Schwankungen. Sie können einmal durchzogen und dann wieder unwiderstehlich spielen.»

Stabiles Kader und gute Stimmung

«Wir legen grossen Wert auf langjährige Engagements und ein gutes Verhältnis unter den Spielern, auch wenn wir wie alle anderen auf ausländische Spieler angewiesen sind. Diese haben aber oft einen grossen Bezug zur Region», betont Erismann.

Andreas Heimann ist in Grenzach aufgewachsen. Erst seit kurzem Grossmeister, gehört Heimann zu den jungen, aufstrebenden Spielern. Ein Routinier ist dagegen der kroatische Grossmeister Ognjen Cvitan. Er hat lange in Basel gelebt und ist der Region auch nach seiner Rückkehr nach Rijeka eng verbunden geblieben.

Der Grieche Ioannis Georgiadis lebt in Zürich und hat den Status eines Internationalen Meisters. Auf dem Weg zum Grossmeistertitel ist wie schon erwähnt der Franzose Nicolas Brunner, der im Elsass lebt und derzeit noch als Internationaler Meister gilt. Der nahe Frankfurt lebende deutsche Grossmeister Jörg Hickl, der auch Schachreisen organisiert und als Referent auftritt, spielt als Nummer eins des Teams schon seit Jahren für die SG Riehen. Komplettiert wird das Riehener Spitzensextett vom in Paris lebenden französischen Grossmeister Olivier Renet.

Viele Jungtalente

Die SG Riehen hat schon viele Jungtalente gefördert wie jüngst die Brüder Patrik und Nicolas Grandadam, französisch-schweizerische Doppelbürger, die für den Schweizer Verband spielen. Nicolas Grandadam gehört zum aktuellen Kader der ersten Mannschaft, ist derzeit aber im Ausland und wird erst später in der Saison eingesetzt werden können. Für das Spiel gegen Genf setzt Erismann zur Ergänzung der Stammsechs auf den in Allschwil aufgewachsenen Ralph Buss und den Berner Christian Flückiger. Schon gespielt haben diese Saison auch Sebastian Schmidt-Schaeffer und Gregor Haag.