Fussball
Reinach beklagt beim 1:4 im Cup das mangelnde Wettkampfglück

92 Jahre musste der FC Reinach warten, um erstmals am Schweizer Cup teilzunehmen. Keine drei Minuten brauchten die Birstaler hingegen, um bei der Premiere gegen den FC Lancy den ersten Gegentreffer zu kassieren.

Alan Heckel
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Nicolas Maissen (gestreckter Arm) jubelt, wie hier im Basler Cupfinal, auch in der 1. Hauptrunde über einen Treffer. uwe Zinke/sportives.ch/Archiv

Nicolas Maissen (gestreckter Arm) jubelt, wie hier im Basler Cupfinal, auch in der 1. Hauptrunde über einen Treffer. uwe Zinke/sportives.ch/Archiv

uwe Zinke

Eine Zeigerumdrehung später erzielte aber Nicolas Maissen nach einem schönen Angriff über die rechte Seite den Ausgleich. Das 1:1 verlieh dem Heimteam Mut und Sicherheit. Der Baselbieter Verein aus der 2. Liga regional war den zwei Klassen höher spielenden Westschweizern in der Folge ein ebenbürtiger Gegner. Dass der Favorit am Ende mit einem 4:1-Sieg in die nächste Runde einzog, erklärte Boris Zimmermann folgendermassen: «Wir hatten nicht das Wettkampfglück, das ein Aussenseiter in einem Cupspiel braucht.»

Folgenschwerer Fehlentscheid

Reinachs Trainer hatte bei dieser Aussage die beiden Schlüsselszenen im Kopf, die die Unparteiische Désirée Grundbacher zuungunsten seiner Elf ausgelegt hatte. In der 32. Minute schickte die Schiedsrichterin FCR-Abwehrchef Mirco Maissen vom Platz, nachdem dieser den Ball verloren und als letzter Mann seinen Gegenspieler am Trikot gezupft hatte. «Eine vertretbare Entscheidung», gab Zimmermann zu, auch wenn er auf Milde gehofft hatte.

Grundbachers Pfiff nach 53 Minuten war allerdings nicht nachvollziehbar, weil er regeltechnisch falsch war: Sie zeigte auf den Penaltypunkt, nachdem Torhüter Salem Fahdy den vor ihm aufgetauchten Erol Ameti im Sechzehner zu Fall gebracht hatte. Dass der Reinacher Goalie zuerst den Ball gespielt hatte, war jedoch nicht der Stein des Anstosses.

Grundbacher liess in besagter Szene den Vorteil laufen, weil der mitgelaufene Matteo Luisoni die Chance hatte, aus acht Metern aufs leere Tor zu schiessen. Nachdem Luisoni das Gehäuse verfehlte hatte, gab die Schiedsrichterin Elfmeter und führte damit die Vorteilsregel ad absurdum.

Der ehemalige Nationalliga-A-Spieler Patrick Eseosa (Servette, YB) verwandelte den Penalty zum 1:3 und stellte die Baselbieter fortan vor eine beinahe unlösbare Aufgabe. «Dieses Tor bedeutete die Entscheidung», sagte Trainer Zimmermann und lobte sein Team für eine tolle Leistung: «Die Mannschaft ist zusammengestanden, hat sich auch in Unterzahl nie versteckt und alles probiert.»