Fussball
Reinach gewinnt den dramatischen 2.-Liga-Spitzenkampf gegen Dardania

Der FC Reinach dreht einen 1:3-Rückstand in der Nachspielzeit und gewinnt gegen ein aufopferungsvoll kämpfendes Dardania im Kampf der Aufsteiger mit 4:3. Damit bleiben die Reinacher in der 2. Liga ohne Punktverlust.

Nicolas Bieri
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2.-Liga-Spitzenkampf FC Reinach gegen Dardania
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Dardania-Captain Mustafa Spend (links) wird verfolgt von Reinachs Patrick Zenhäusern.
Dardania Shqiprim Salihi dribbelt sich durch den ganzen Strafraum und erzielt das 3:1.
Reinachs Flavio Rossi im Laufduell mit Dardanias Bujar Fazliu.
Reinachs Ivano Biancavilla (links) im Zweikampf mit Dardanias Tobias Böhlen.

2.-Liga-Spitzenkampf FC Reinach gegen Dardania

Uwe Zinke

Was für ein Spiel im Allschwiler Bachgraben! Die beiden Dominatoren der regionalen 2. Liga zeigten den Zuschauern 90 Minuten Fussball pur und wurden den hohen Erwartungen an das Spitzenspiel mehr als gerecht.

Bereits nach vier Minuten war die Partie lanciert. Reinachs Vrontzos wurde von Zenhäusern steil geschickt und tauchte alleine vor Torwart Misini auf. Sein Schieber landete am Pfosten, prallte aber direkt vor seine Füsse zurück und versprang dann so blöd, dass Vrontzos das leere Tor aus vier Metern verpasste.

Schiedsrichter überstimmt Kollege

Dann stand plötzlich der Schiedsrichter im Zentrum: Torhüter Di Simone wehrte einen Shillova-Schuss ungenügend ab, sodass der Ball auf der Linie weitertanzte, wo ein Reinacher Verteidiger schliesslich klären konnte. Obwohl der Assistent auf Weiterspielen plädierte, wurde er zum Ärger der Reinacher vom Schiedsrichter überstimmt und musste wohl oder übel das 1:1 in sein Büchlein notieren. Damit nicht genug: In der 13. Minute wurde Rafuna vom unglücklich agierenden Reinacher Maissen als letzter Mann gefoult. Während alle Beteiligten auf den Pfiff warteten, packte wiederum Shillova die Gunst der Stunde und nutzte den vom Schiri gewährten Vorteil kaltschnäuzig zum 2:1 aus. Es war eine packende Partie – zum Durchschnaufen blieb keine Zeit.

Dardania legt vor

Reinach schien sich nun zu fangen und kam seinerseits vermehrt zu Chancen. Die labil wirkende Verteidigung blieb aber stets ein Unsicherheitsfaktor. Dies zeigte sich erneut, als Salihi nach einem Befreiungsschlag Redzepovs – Biancavilla hatte mittlerweile den Anschlusstreffer erzielt (33.) – völlig freistehend an den Ball gelangte, sensationell zwei Verteidiger ins Leere grätschen liess und dann trocken einschob (39.)

Nach dem Wechsel dasselbe Bild: Kaum auf dem Feld, brachte ein sicher verwandelter Zenhäusern-Penalty Reinach wieder heran. Das Spiel blieb weiterhin ungemein intensiv und körperbetont. Nach Jegges Ausgleichstreffer in der 71. Minute wurde es richtig dramatisch: Dardania rannte an, spielte beinahe Powerplay und kam durch Salihi fast zum erneuten Führungstreffer. Im Gegenzug, es lief bereits die 93. Minute, stach der starke Zenhäusern in den 16er, legte quer, die Zuschauer hielten den Atem an und sahen seinen Pass vom eingewechselten Nicolas Maissen im Rutschen eingenetzt. Unglaublich!

So gewann Reinach ein Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte. «3:3 und es wäre für alle ein geiler Match gewesen – aber natürlich nehmen wir auch den Sieg», freute sich der aufgewühlte Reinach-Trainer Bruno Zimmermann. «Was für eine sensationelle Moral! Diesen Sieg werden wir geniessen.»