2 Stunden nach der 3,5:4,5-Niederlage im Derby gegen Rekordmeister SG Zürich gewann Réti den alles entscheidenden Match um den Titel gegen das nach acht Runden verlustpunktlos führende Riehen mit 4,5:3,5. Bei Punktgleichheit der beiden diese Saison dominierenden Teams entschied ein einziger Einzelpunkt Vorsprung Rétis über die Pokalvergabe.

Zum Meistermacher für die Zürcher wurde Sebastian Bogner. Der in der Schweiz lebende 23-jährige deutsche Grossmeister blieb im Spitzenkampf als Einziger siegreich. Während die anderen sieben Partien allesamt remis endeten, gewann Sebastian Bogner am zweiten Brett mit Weiss gegen seinen Landsmann GM Jörg Hickl. Allerdings hätte Réti 5:3 gewinnen müssen, denn Riehens IM Ralph Buss stand beim Stand von 4:3 für die Zürcher gegen IM Severin Papa klar auf Verlust, als er zu Recht eine dreifache Stellungswiederholung und damit ein Unentschieden reklamierte.

Alles sah nach Riehener Sieg aus

Tags zuvor hatte noch vieles für Riehens ersten Titel in der 63-jährigen Geschichte der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) gesprochen. Denn während Réti gegen den Stadtrivalen verlor, feierten die Basler gegen Schlussrunden-Organisator Winterthur einen ungefährdeten 5,5:2,5-Sieg und gingen als erster NLA-Klub seit fünf Jahren (SG Zürich) mit dem Punktemaximum in den finalen Durchgang.

Beim klaren Erfolg gegen Winterthur war Riehen erstmals in dieser Saison mit seiner Nummer 1 GM Vadim Milov (Remis gegen IM Nico Georgiadis) angetreten. Gegen Réti fehlte der Drittplatzierte der diesjährigen Schweizer Einzelmeisterschaft dann aber, weil er gegen seinen ehemaligen Klub nicht spielen wollte.

Riehen stellt besten Spieler

Erfolgreichster Einzelspieler der diesjährigen Saison war der 44-jährige Deutsche Sebastian Schmidt-Schäffer aus dem Team von Vizemeister Riehen. Der promovierte Chemiker, der nicht einmal einen FM-Titel trägt, erreichte 8,5 Punkte aus neun Runden und sorgte damit für das zweitbeste je erzielte Resultat in der Nationalliga A. Erfolgreicher war nur GM Vadim Milov, der 2004 das Maximum von 9 aus 9 geholt hatte.

Sebastian Schmidt-Schäffer schaffte damit die erste IM-Norm in seiner langen Karriere. Fast hätte es für einen Riehener Spieler und Landsmann von Schmidt-Schäffer auch noch eine Grossmeister-Norm gegeben. Doch dem 22-jährigen IM Andreas Heimann, der 2009 mit 8 aus 9 für das drittbeste Resultat in der NLA-Geschichte gesorgt hatte, fehlte ein halber Punkt. Er kam nach einem Remis gegen GM David Marciano in der Schlussrunde bloss auf 6,5 aus 9 – für seine zweite GM-Norm nach dem European Club Cup 2013 auf Rhodos wären 7 aus 9 nötig gewesen.

NLA. Schlussrangliste nach 9 Runden: 1. Réti 16 (47,5/Schweizer Meister 2014). 2. Riehen 16 (46,5). 3. Zürich 14 (46,5). 4. Genf 14 (42). 5. Luzern 10 (41). 6. Winterthur 7 (36). 7. Schwarz-Weiss 6 (30,5). 8. Neuenburg 5 (27,5). 9. Mendrisio 2 (24,5/Absteiger). 10. Trubschachen 0 (18/Absteiger).

Die erfolgreichsten Punktesammler in der NLA: Sebastian Schmidt-Schäffer (Riehen) 8,5 Punkte aus 9 Partien (IM-Norm), GM Yannick Pelletier, GM Christian Bauer und GM Lothar Vogt (alle Zürich) je 7/9, IM Ioannis Georgiadis (Réti) 6,5/8, GM Oliver Renet, IM Andreas Heimann (beide Riehen) und GM Robert Fontaine (Réti) je 6,5/9, IM Jean-Noël Riff (Genf) 6/8, GM Robert Hübner, IM Beat Züger (beide Luzern) und IM Nicolas Brunner (Riehen) je 6/9, GM David Marciano (Réti) und FM Lars Rindlisbacher (Zürich) je 5,5/8.