Tischtennis
Rio Star blickt nach gutem Kampf in eine ungewisse Zukunft

Rio Star hat eine tolle NLA-Saison hinter sich und schliesst sie mit einem guten Resultat gegen Wädenswil ab. Der Muttenzer Tischtennisklub scheidet aber mit 3:6 und 5:5 aus den Playoffs aus. Für die Zukunft fehlt es noch an Spielerinnen im Verein.

Yannik Sprecher
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Noch ist nicht klar, ob Tatana Svobodova auch nächste Saison für Rio Star Muttenz spielen wird.Juri Junkov

Noch ist nicht klar, ob Tatana Svobodova auch nächste Saison für Rio Star Muttenz spielen wird.Juri Junkov

Petra Kaufmann hatte die Entscheidung in der Hand. In der letzten Partie des Playoff-Halbfinals gegen den TTC Wädenswil musste sie deren Nummer eins, Rahel Aschwanden, besiegen, um ihre Rio Stars zum 6:4-Sieg zu führen und damit ein Entscheidungsspiel zu erzwingen.

«Es hätte aber sehr viel stimmen müssen, damit ich Rahel besiegt hätte», sagt sie nach dem 1:3. Zwischenzeitlich hatte es gut ausgesehen für die Baslerin: Den dritten Satz hatte sie gewonnen und war im Vierten nahe dran gewesen. Doch die Nationalspielerin Aschwanden behielt die Nerven und sicherte ihrem Team den Einzug in den Playoff-Final.

Zufrieden mit der Saison

So erreichte Rio Star ein versöhnliches 5:5 gegen die favorisierten Zürcherinnen. Da sie am Samstag schon mit 3:6 verloren hatten, bedeutete das Remis das Ende der Muttenzer Saison. Doch von Enttäuschung war in der Kriegsacker-Sporthalle nichts zu spüren. «Mit dem Erreichen der Endrunde haben wir unser Ziel für die Meisterschaft erreicht», so Kaufmann. «Wir hatten nie mit einem Sieg über Wädenswil gerechnet, es lief sogar besser als erwartet. Wir haben ihnen einen guten Kampf mit spannenden Partien geliefert.»

In der Tat konnte das Heimteam nach den ersten drei Einzelbegegnungen einen 3:0-Vorsprung vorweisen und waren in den folgenden Niederlagen oft in Führung gegangen. Und auch am Samstag war die Entscheidung knapper ausgefallen, als das Resultat vermuten lässt – einige der Partien fanden nur sehr knapp im vierten oder fünften Satz eine Siegerin. Die Spielerinnen des Muttenzer Tischtennisvereins sind zufrieden mit ihrer Saison.

«Es lief von Anfang an sehr gut, wir hatten eine tolle Stimmung innerhalb des Teams und viel Spass an den Matches – was für uns immer schon sehr wichtig war», sagt Petra Kaufmann.

Spielerinnen gesucht

Die Playoff-Begegnung gegen «Wädi» war ihre Letzte unter der Flagge von Rio Star; künftig wird sie für den Amateurverein SV Nollingen aus Deutschland antreten, was ihren zeitlichen Aufwand stark reduziert. Die Muttenzerinnen verlässt sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. «Das 5:5 heute und die gesamte Saison stellen einen tollen Abschluss meiner vier Jahre bei Rio Star dar», sagt sie.

«Aber es ist ein komisches Gefühl, zu wissen, dass ich nicht mehr hier spielen werde. Da auch Melanie Morillo das Baselbieter Team verlässt, wird die nächste Saison wohl vor allem der Standortbestimmung dienen – sofern sie überhaupt eine komplette Mannschaft zusammenbekommen.

Momentan werden Nachfolgerinnen für Kaufmann und Morillo gesucht und ausserdem daran gearbeitet, die Nummer eins, Tatana Svobodova, zu halten. «Es gibt einfach zu wenig Spielerinnen auf diesem Niveau», so Kaufmann. Es bleibt zu hoffen, dass sich in der Nordwestschweiz doch noch die eine oder andere auftreiben lässt.