Ob Chinesen so klangvoll fluchen können wie Italiener, bleibt nach dem Hinspiel des Playoff-Finals der Nationalliga A unbeantwortet. Währenddessen Simone Spinicchia, der Nummer eins der Luganesi, mehr als einmal ein knackiges «Che cazzo» entwich, blieben Jiashun Hu und Chengbowen Yang beherrscht. Auch wenn sie Grund genug gehabt hätten, sich aufzuregen. Muttenz-Cheftrainer Karl Rebmann sprach trotz des Sieges von der schwächsten Leistung der Saison.

Schlechter wird es nicht werden

Wobei Rebmann auch dieser Darbietung etwas Positives abgewinnen konnte. «Schlechter als heute kann es nicht laufen, deswegen bin ich mir sicher, dass wir morgen gewinnen werden», sagte er. Entsprechend sei er mit dem Resultat von 6:3 zufrieden, aber mit dem Spiel nicht. Die Nummer drei von Finaldebütant Lugano, gestern ausnahmsweise Mattia Caverzasi anstelle des kranken Alessandro Bignasca, sei Luganos Pferdefuss. «Auf Position drei sind wir klar stärker besetzt. Egal, ob Bignasca oder Caverzasi spielt», meinte Rebmann.

Weber fordert ehemaligen italienischen Meister

Dass selbst die Muttenzer Nummer drei, Youngster Lionel Weber schon ganz nah an den Topleuten ist, zeigte die erste Partie. Nachdem Weber nervös begann und schnell 2:0 nach Sätzen hinten lag, kam er besser ins Spiel und glich aus. Im fünften Satz unterlag er dann aber nach ein paar schlechten Bällen mit 6:11. So ärgerte sich der 16-Jährige über eine nicht zwingende Niederlage, anstatt zu registrieren, dass er mit Spinicchia soeben einen ehemaligen italienischen Meister in einen Entscheidungssatz zwang. Weil Weber später auch sein zweites Spiel gegen Csaba Molnar verlor, wollte er den Tag nur noch abhaken.

Konzentrationsschwächen bei Jiashun Hu

Ungewohnt unkonzentriert zeigte sich gestern Jiashun Hu. «Als ich die Konzentration verloren habe, hätte ich ein Time-Out nehmen müssen. Stattdessen liess ich den Gegner wieder ins Spiel kommen», sagte er. Was ihn aber noch mehr nervte, war, dass ihm dies in zwei Partien passiert. «Einmal ist okay, aber zweimal darf mir dies nicht passieren», sagte er. Im wichtigen Einzel gegen Spinicchia wehrte er im fünften Satz vier Matchbälle ab, bevor er diesen mit 15:13 gewann. Da nicht nur Jiashun Hu beide Einzel für sich entschied, sondern auch Chengbowen Yang, stand es nach sechs Partien 4:2 für Serienmeister Muttenz.

Niederlage im Doppel

Wie eng die Begegnung zwischen dem Titelverteidiger und dem Tessiner Qualifikationssieger aber war, zeigte sich auch im Doppel. Wieder ging es in einen fünften Satz. Mit dem besseren Ende für die Luganesi, die damit auf 3:4 herankamen. Diese Niederlage zeigte Wirkung. «Mit einer Wut im Bauch» traten die zwei Muttenz-Chinesen zu den letzten Einzelpartien an. 3:0 an Tisch eins, 3:0 an Tisch zwei.

Damit kann Rio-Star bereits heute nach dem neunten Meistertitel in Serie greifen. Auch wenn dies wohl weitere italienische Fluchwörter hervorrufen wird.