Eishockey

Rollt nach dem Heim-Debakel der Sharks der Kopf des Trainers?

Der EHC Basel verliert nach unterirdischer Leistung in der Eishockey-NLB gegen La Chaux-de-Fonds 1:8. Dem Fehltritt könnten personelle Konsequenzen folgen. Offenbar wird hinter den Kulissen über die Freistellung von Coach Dany Gelinas debattiert.

Wollen sie nicht? Können sie nicht? Was die Sharks gegen den Gast aus Neuenburg zeigten, wirft Fragen auf. Unzählige Fragen. «Ich weiss nicht, ob es an mir liegt, ob ich das Problem bin», gibt sich Sharks-Trainer Dany Gélinas nach dem Spiel ratlos.

Die Antwort auf die indiskutable Vorstellung scheint niemand zu kennen. Selbst gegen einen Gegner, der von den letzten 13 Partien satte 11 verloren hat, gehen die Basler gnadenlos unter. «Ich hätte den Gegner stärker erwartet», sagte Chaux-de-Fonds-Stürmer Manuel Zigerli in den Katakomben zu den Sharks-Funktionären. Damit sprach er für alle – wahrscheinlich auch für die Sharks-Spieler.

Denn wieder einmal waren die Basler nur in den Startminuten fähig, dem zuletzt massiv schwächelnden Gast Paroli zu bieten. Der Wille, der Einsatz, die Leidenschaft. Alles war da. Vielversprechend, wie so oft. Als in der 10. Minute der erste Treffer fiel, fiel gleichzeitig auch die Gélinas-Truppe in sich zusammen. Nach 14. Minuten stand es bereits 0:3, die Partie bereits entschieden. Und das nach nur einem Drittel. «Ich kann nicht für die Spieler aufs Eis gehen, meine Jungs müssen das selber regeln», resümiert Gélinas nach der Schlusssirene.

Sharks-Captain Olivier Schäublin nimmt nach der Kanterniederlage Stellung

Sharks-Captain Olivier Schäublin nimmt nach der Kanterniederlage Stellung

Der Kampf um Platz 8 beginnt

Aber nie konnten die Sharks im Verlaufe des Spiels in irgendeiner Form reagieren und wurden nach und nach aus der eigenen Halle geschossen. Bitter für die 1167 Zuschauer, die wieder vergebens auf einen Exploit hofften. Am Ende hiess es 1:8. Anhand der Chancen nicht unverdient. «Wenn man nur ein Tor zu Hause schiesst, ist das Problem schnell gefunden», macht Captain Olivier Schäublin, immerhin einziger Torschütze, deutlich.

Als wäre diese 1:8-Packung nicht genug des Bösen, fallen die Basler wegen des 2:3-Auswärtssiegs von Martigny über Thurgau auf den 9. Platz zurück – und belegen damit erstmals seit Monaten keinen Playoff-Platz mehr. «Ob wir im Playoff-Kampf nun einen Punkt Vorsprung oder einen Punkt Rückstand haben, spielt keine Rolle. Wir wissen, dass wir vor entscheidenden Wochen stehen», weiss Schäublin.

Die letzten elf Quali-Partien werden damit zur Bewährungsprobe. Ausreden darf es keine mehr geben, denn ein Verpassen der Playoffs käme einer Bankrotterklärung gleich. Dann wäre die erhoffte Beziehung zwischen Basel und Eishockey wohl definitiv gescheitert. Man erinnere sich: Im Vorfeld der Saison definierte Dany Gélinas die Playoff-Halbfinals als Ziel. Die Realität ist bekannt und verheisst wenig Gutes.

Positiver Ausblick des Trainers

Trotz des desolaten Auftritts, versucht Captain Schäublin demonstrativ als Vorbild voranzugehen: «Wir haben schon mehrfach bewiesen, dass wir mit den grossen Teams mithalten können. In vielen Spielen fehlte nur wenig, um das Resultat für uns zu gestalten.» Worte, auf denen nun zwingend Taten folgen müssen. Denn die beste Antwort sind immer noch Punkte, oder noch besser, Siege. «Dann wären jedenfalls die ständigen Diskussionen beendet», schliesst Gélinas ab.

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