In allen fünf Rückrundenpartien zusammen hatte der BSC Old Boys gerade mal zwei Tore zustande gebracht. Im Derby gegen die U21 des FC Basel brauchten die Gelbschwarzen hingegen lediglich 20 Minuten, um einen 3-Tore-Vorsprung herzustellen und den Match in die gewünschten Bahnen zu lenken.

Die erste gefährliche Aktion hatte allerdings das Heimteam. Nicolas Hunziker zwang mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze Steven Oberle zu einer guten Parade (12.). Doch kurz darauf folgten die sieben effizientesten Minuten dieser OB-Saison. Den Anfang machte Luis Gutierrez, der eine Freistossflanke Onur Akbuluts aus sechs Metern ins Netz köpfelte (14.).

Der zweite Gästetreffer entstand unter gütiger Mithilfe von Christian Baldinger. Der FCB-Goalie rief nach einem weiten Ball seinem Verteidiger zu, ihm das Spielgerät zu überlassen. Es kam zu einem Prellball mit Karim Barry – mit dem besseren Ende für den Gästestürmer, der aus 18 Metern ins verwaiste Tor traf (19.).

Und kaum hatten die Old Boys nach dem nächsten Anstoss das Leder wieder erobert, wurde Domenic Denicola auf der linken Seite lanciert, flankte auf den zweiten Pfosten, wo Christopher Teichmann unbedrängt via Lattenunterkante zum 0:3-Endstand einschoss (20.).

(K)ein Wunschkonzert

«Wir waren nicht parat! Wahnsinn, was für Fehler wir teilweise gemacht haben», ärgerte sich FCB-Trainer Thomas Häberli über die Leistung seiner Equipe in der ersten Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel agierte das Heimteam zwar verbessert und hatte in der Startviertelstunde mehrmals die Chance zum 1:3. Doch wenn der tadellose Oberle nicht zur Stelle war, sprang einer seiner Mitspieler in die Bresche. Mit dem Schicksal wollte Häberli aber nicht hadern, «denn wir hatten uns das Ganze vorher selbst eingebrockt».

Deutlich besser war dagegen die Laune bei Marco Chiarelli. «Das schnelle 3:0 war praktisch ein Wunschkonzert», sagte der OB-Trainer, der sich darüber freute, dass seine Elf deutlich effizienter als noch im Match gegen Sion (1:1) war. Chiarelli überraschte mit einem 4-3-3-System. «Nach längeren Diskussionen und Spielen im 4-2-3-1 und 4-1-4-1 sind die Mannschaft und ich zum Konsens gelangt, es auf diese Weise zu versuchen.» Die läuferisch anspruchsvolle Variante forderte den OB-Akteuren alles ab – «die Spieler werden noch eine Weile mit roten Köpfen herumlaufen», witzelte der Trainer –, erwies sich aber als Erfolgsrezept.

Das von den Stürmern hervorragend unterstützte 3-Mann-Mittelfeld liess den FCB-Talenten kaum Platz zur Entfaltung und war ein wichtiger Grund für den ersten Rückrundensieg. In Zukunft dürften die Old Boys deshalb öfters mit roten Köpfen vom Platz gehen.