Handball NLA
RTV Basel verliert Showdown gegen Gossau und steigt in die NLB ab

Der RTV Basel steigt nach einer 28:30-Niederlage gegen Fortitudo Gossau in die NLB ab. Für Trainer Silvio Wernle war das Spiel ein «Spiegelbild der ganzen Saison».

Alan Heckel
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RTV Basel - Fortido Gossau, 26.04.17
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Trainer Wernle sagte: «Wir machen die klarsten Dinger nicht und beim Gegner gehen sie via Pfosten und Latte rein!»
Rares Jurca analysierte nach dem Spiel die Saison: «Nur ab und zu ein Heimspiel zu gewinnen und erst am Ende aufzuwachen, reicht halt nicht.»
Die Basler spielen nächste Saison in der NLB.

RTV Basel - Fortido Gossau, 26.04.17

Juri Junkov

Die Kulisse respektive ein Grossteil der 1000 Zuschauer in der Rankhof-Halle stand von der ersten Sekunde an hinter dem Heimteam, die Blicke der Basler Spieler verrieten die absolute Entschlossenheit, den benötigten Sieg für die Barrage zu holen. Dennoch war es der Gegner, der in der Anfangsphase viel mehr richtig machte als die Basler. Gossau spielte mit kühlem Kopf, wartete geduldig auf seine Chancen und nutzte sie zumeist.

Der RTV hingegen agierte oft zu hektisch und vernachlässigte den Positionsangriff. Das schnelle Umschalten war aufgrund von technischer Unsauberkeiten und unnötiger Offensivfouls nur ein marginaler Faktor des Heimteams. Dennoch biss sich das Heimteam mit zunehmender Spieldauern die Begegnung zurück. Den frühen Fünf-Tore-Rückstand (3:8, 11.) holten die Schwarzweissen bis zur Pausensirene fast noch auf (14:15).

RTV scheitert an Ineffizienz

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine Partie auf Messers Schneide, bei dem die Basler zwar mehrmals ausgleichen konnten, aber trotz bester Möglichkeiten den psychologisch wichtigen Ausgleich nicht schafften. «Ich weiss gar nicht, wie viele Hundertprozentige wir hatten», seufzte Interimstrainer Silvio Wernle.

Ausgerechnet in der heissen Schlussphase hatten die Basler jenes Quäntchen Glück nicht, dass es in so engen Spielen braucht. So bekam Maurus Basler eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt, nachdem er nach seinem Tor zum 25:27 mit Gossau-Goalie Philipp Jochim zusammengestossen war.

So jubelten am Ende die Ostschweizer über die mögliche Rettung in die Barrage, während bei einigen Spielern des Heimteams trotz aufmunterndem Applaus der Zuschauer bittere Tränen vergossen wurden. Dass der Klassenerhalt nicht im letzten Spiel vergeigt wurde, war allen klar. «Nur ab und zu ein Heimspiel zu gewinnen und erst am Ende aufzuwachen, reichte halt nicht», analysierte Routinier Rares Jurca. Trainer Wernle sprach dagegen vom «Spiegelbild der ganzen Saison. Wir machen die klarsten Dinger nicht und beim Gegner gehen sie via Pfosten und Latte rein!»

RTV 1879 Basel - TSV Fortitudo Gossau 28:30 (14:15)

Sporthalle Rankhof Basel. - 1200 Zuschauer. - SR: Sager/Styger. - Torfolge: 0:3, 1:5 (7.), 2:7, 5:8, 6:9 (13.), 6:11 (15.), 9:13, 11:13 (21.), 12:15, 14:15; 15:15, 15:17, 17:17, 19:19, 21:21 (44.), 21:23 (47.), 22:25 (52.), 24:27 (54.), 27:27 (57.), 27:29 (59.). - Strafen: sechsmal 2 Minuten gegen den RTV 1879 Basel, neunmal 2 Minuten inkl. Disqualifikation gegen Ham wegen dreimal 2 Minuten (60./28:30) plus direkte rote Karte gegen Oertig (59./27:29).

RTV 1879 Basel: Ullrich/Stauber (ab 11.)/Steiner; Hylkén (3), Berger, Goepfert (3), Hofstetter, Stamenov (2), Gerbl, Cvijetic (5), Basler (5), Kozina (5), Dannmeyer, Wittlin, Jurca (5/4), Schröder.

TSV Fortitudo Gossau: Busa/Jochum (ab 31.); Ham (2), Weingartner (2), Dedaj (3), Mächler (1), Oertig, Harder (5/3), Würth (3), Züger, Graf (6/1), Bösch (2), Piske (6).

Bemerkungen: RTV 1879 Basel ohne Ebi (verletzt), setzt Steiner und Gerbl nicht ein. - 26. (12:15) Stauber hält Penalty von Harder. 37. (17:18) Jochum hält Penalty von Jurca. - Time-Outs: RTV 1879 Basel: 30. (14:15) und 48. (21:23). TSV Fortitudo Gossau: 21. (11:13), 55. (24:27) und 60. (28:29).

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