Mit tiefrotem Kopf stand BSV-Bern-Trainer Milosevic an der Seitenlinie und wähnte sich im falschen Film. Was war geschehen? Sein Team wurde vom RTV Basel in den ersten zehn Minuten regelrecht überrannt. «Jedes Team aus der NLA, das zu uns in den Rankhof kommt, weiss, dass es hier nichts geschenkt bekommt», sagte RTV-Kreisläufer Simon Wittlin nach der Partie.

Was die Realturner in der Startphase zeigten, war schlichtweg Extraklasse. Es wurde solidarisch verteidigt und im Angriff bewies das Team von RTV-Trainer Wernle eine unwiderstehliche Effizienz im Abschluss. Hinzukamen die tollen Reflexe von Torhüter Pascal Stauber.

Nach diesem tollen Startfurioso lagen die Bebbi mit 5:1 vorne. Die Berner, welche unter der Woche international die Segel streichen mussten – man verlor gegen das niederländische Team aus Volendam deutlich – waren überfordert.

Unerklärlicher Filmriss

Doch dann der Bruch. «Ich kann mir nicht erklären was in den Köpfen der Spieler in diesem Moment passiert», meinte ein frustrierter Wernle. Die Basler verloren den Faden komplett und liessen den Gegner, der einen angeknacksten Eindruck hinterliess, wieder ins Spiel kommen. Nun wurden die Angriffe überhastet abgeschlossen und in der Verteidigung fand der BSV Bern riesige Löcher vor. Der Serbe Goran Cvetkovic konnte bis zur Pause nicht weniger als acht persönliche Treffer verbuchen und weil auch seine Mitspieler das Tor nun trafen, führten die Gäste nach 18 Minuten (7:8) erstmals. Die Basler fingen sich zwar wieder einigermassen, konnten den 11:16-Pausenstand aber nicht verhindern.

Der Einsatz stimmte

Es drohte eine heftige Klatsche, doch diese trat nicht ein, was in der Aufarbeitung des Spiels bestimmt als positiv bezeichnet werden darf. Die Berner lagen zeitweise mit acht Treffern im Vorsprung (11:18) und der RTV versuchte über eine offensivere Verteidigung wieder ins Spiel zu finden. Tatsächlich wechselte das Momentum wieder auf die schwarzweisse Seite. In der 52. Minute traf Michel Gulbicki zum 20:23 und irgendwie bekam man trotzdem das Gefühl, dass die Basler vom Turnaround weit entfernt sind. So blieb es bei der dritten Niederlage im dritten Spiel.

Festzustellen gilt, dass mit Wacker Thun, Kriens-Luzern und dem BSV Bern drei Teams Gegner der Basler waren, die allesamt klar stärker einzuschätzen sind und nun folgt das schwere Auswärtsspiel gegen St. Otmar St. Gallen. «Die Tabelle ist noch nicht aussagekräftig», findet Wernle. «Ungemütlich wird es dann, wenn man gegen Stäfa, Gossau und GC nicht die budgetierten Punkte holt.»