Die Partyveranstalter Pascal Stauber und Marko Vukelic haben sich für die gestrige Feier in einer Basler Disco etwas ganz Spezielles ausgedacht. «Wir sind Helden» lautete das Motto. Die Veranstaltung fand natürlich nach der NLA-Partie gegen den aktuellen Tabellenführer Pfadi Winterthur statt.

Der RTV wollte sich diesem originellen Motto ebenfalls bedienen und für eine Überraschung sorgen. Verlangt war eine Heldenleistung und das Team von Trainer Silvio Wernle zeigte sich zumindest in der ersten Halbzeit in prächtiger Verfassung. Im Angriffsspiel der Bebbi konnte man bis anhin unbekannte Fähigkeiten bestaunen. Kaltblütig und variantenreich präsentierte sich der RTV vor dem Tor von Pfadi-Keeper Pramuk.

Die Basler konnten mit dem Favoriten Schritt halten und waren nie mehr als zwei Tore von den Winterthurern entfernt. Die Pfader ihrerseits bewiesen, dass sie eine solide Truppe haben und in ihren Reihen auch Ausnahmekönner, wie Nati-Spieler Michal Svajlen und Philipp Reuter besitzen. Zur Pause stand ein gerechtes 14:16 zu Buche.

Die Basler verlieren den Faden

Wernle war trotz der beachtlichen Leistung mit den ersten 30 Minuten nur bedingt zufrieden: «Wir könnten mit drei oder vier Toren führen, aber die Defensive war viel zu zögerlich. In der Offensive machen wir Fortschritte, in der Abwehr Rückschritte.» Diese Analyse trifft den Nagel auf den Kopf, vor allem in Hälfte zwei werden diese Erkenntnisse deutlich.

Noch bis in die 37. Minute konnte der RTV den Zwei-Tore-Rückstand (16:18) halten, doch wie so oft ereignet sich das immer gleiche Muster. Die Basler verlieren den Faden komplett und verunmöglichen sich einen möglichen Turnaround selbst. Mit zahlreichen unnötigen Zeitstrafen und einer immer deutlicher werdenden Lethargie während der Abwehrarbeit täuschen sie den Nichtanwesenden über eine anfangs tadellose Leistung hinweg. «Strafen wegen Reklamieren sind dumm, aber in dieser Sportart muss man manchmal halt auch Strafen in Kauf nehmen», verteidigt Wernle seine Mannschaft.

Nun, die Pfader zogen unbehelligt davon. Bald einmal stand es 21:30 und bis zum Schlusspfiff sogar 24:36.

Was nach der zehnten Niederlage der Saison bleibt, ist der unbefriedigende Punktestand (2). Die auf dem vorletzten Rang platzierten GC Amicitia haben mit einem Spiel weniger drei Zähler mehr auf dem Konto. Es ist zu hoffen, dass den Partyveranstaltern trotz der misslichen Lage noch zum Feiern zumute war.