Basler Sportler des Jahres
Ruderer Simon Niepmann gewinnt und ist selbst überrascht

Der 28-Jährige ist nach Gold an Welt- und Europameisterschaften der verdiente Basler Sportler des Jahres 2013. Er unterbricht damit die Serie des Dauergewinners Roger Federer und bleibt aber dennoch gewohnt bescheiden.

Jonas Burch und Dean Fuss
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Der Moment der Erlösung: Simon Niepmann (l.) und Lucas Tramèr nach der Ziel-Einfahrt beim WM-Finale. Keystone

Der Moment der Erlösung: Simon Niepmann (l.) und Lucas Tramèr nach der Ziel-Einfahrt beim WM-Finale. Keystone

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Die Plätze waren längst leer, doch Simon Niepmann stand noch lange auf dem Podium – so bescheiden wie der Ruderer als Mensch ist, so gefragt war der Grenzacher nach der Preis-Verleihung. Nach über neun Jahren nahm ein Basler Sportler des Jahres seine Auszeichnung wieder einmal persönlich entgegen – für Roger Federer, der zu dieser Zeit am Australian Open spielt, holte jeweils Mama Lynette den Preis stellvertretend ab.

EM- und WM-Gold

Niepmanns Freude war gross, aber die Überraschung noch grösser. «Ich ahnte und wusste nichts», gesteht der 28-Jährige. Erst als Ruder-Kommentator Paul Castle zur Laudatio ansetzte, «dachte ich mir, da ist irgendetwas im Busch», sagt Niepmann schmunzelnd. Spätestens nach Castles Worten wurde deutlich, wieso in der kleinen St. Jakobshalle der richtige Sportler ausgezeichnet wurde. «Du hast trotz allen Rückschlägen immer an deine Stärken und dein Talent geglaubt. So etwas verdient höchste Anerkennung.»

Nach dem eher enttäuschenden 5. Platz an den Olympischen Spielen in London drehte Niepmann im vergangenen Jahr so richtig auf. EM-Gold im Juni, WM-Gold im August. Auch wenn die internationale Konkurrenz im Zweier ohne Steuermann wesentlich überschaubarer ist als im Doppelzweier, unterstreichen die Erfolge den Kampfgeist des Ruderers vom Seeclub Zürich auf unnachahmliche Weise. «Eigentlich muss ich diesen Preis mit meinem Partner Lucas Tramèr teilen. Denn alleine schafft man solche Erfolge nicht», zeigt sich Niepmann gewohnt bescheiden.

Jahr der Bestätigung

Der Sportwissenschafts-Student will sich keinesfalls auf seinen Lorbeeren ausruhen. Denn 2014 werden bereits die Weichen für die Olympischen Spielen in Rio 2016 gestellt. Zurück im Vierer – mit dem er in London am Start war – kämpft er um einen der Plätze im Boot. Aufdrängen kann er sich bei regelmässigen Leistungstest, die vor allem jetzt durch den Winter stattfinden. Am Samstag steht an der Indoor-Schweizer-Meisterschaft in Zug bereits der nächste Härtetest an. «Die Form stimmt. Mein Ziel ist es, mich immer unter den Top 4 zu bewegen. Dann bin ich zuversichtlich für einen Platz im Vierer», gibt sich Niepmann kämpferisch.