«In uns steckt viel Potenzial. Das zeigt schon die Tatsache, dass wir gegen beide Rivalinnen in Vorbereitungspartien gewonnen haben. Nur in der Meisterschaft hat es nicht geklappt.» Dies waren die Worte von Flügelspielerin Anja Herrera kurz nach dem Abpfiff.

Die Baslerin ist 18 Jahre jung, hat soeben die Sportklasse im Gymnasium Bäumlihof absolviert, die Matura bestanden und gehört zur Stammsechs von Regio Basel. Ihre Aussage war eine Mischung aus Enttäuschung und Trotz, denn nach der 21:25-Heimniederlage gegen den LC Brühl St.Gallen ging auch dieser Match gegen Nottwil verloren.

Dass bei Reserveteams – wie es Brühl und Spono Nottwil in der zweithöchsten Liga sind – Spielerinnen mitwirken, die einst in der Nationalliga A mitgewirkt haben, ist logisch. Und war auch am Samstagabend bei den Innerschweizerinnen der Fall.

Immer, wenn man das Gefühl hatte, die Führung könnte auf die Seite der Baslerinnen kehren, gelangen den Leistungsträgerinnen von Spono jene Tore, meist auf individuelle Aktionen, welche die Differenz zwischen Basel und Nottwil ausmachten.

Von Idealismus geprägt

Der Basler Frauen-Handball lebt vom Idealismus einiger Trainer und Spielerinnen, die sich bewusst sind, dass sie die Rankhofhalle nicht mit Hunderten von Zuschauern füllen werden. Nach der verpassten Promotion im Frühjahr hat eine Umkehrung (oder Rückbesinnung?) stattgefunden.

Mit jungen Kräften, denn der Grossteil der Regio-Equipe ist im Juniorinnen-Alter, soll heuer der Ligaerhalt gesichert werden. Und in zwei, drei Jahren sollten die Spielerinnen über jene Reife und Cleverness verfügen, um mit ihnen höhere Ziele anstreben zu können. Vier vergebene Siebenmeter bezeugen, dass bei den Frauen der SG Regio Basel in der Tat noch viel Potenzial vorhanden ist.

War es in den ersten 30 Minuten die 17-jährige Danielle Nyffenegger, welche die Baslerinnen mit ihren vier Treffern einigermassen im Spiel hielt, so drehte nach der Pause Spielmacherin Aline Mathys, die vom Rückraum aus das Spiel der Baslerinnen ankurbelte, auf.

15-jährige Schülerin

Sie erzielte acht ihrer neun Goals, wobei Mathys das erste persönliche Tor erst nach 23 Minuten gelungen war. Die Schülerin, welche die Wirtschaftsmittelschule Reinach besucht, ist notabene erst 15 Jahre alt.

Es war just Aline Mathys, welche mit drei Treffern in Folge ihre Mannschaft bis zur 50. Minute auf 20:23 heranbrachte. Doch weil Regio Basel, in Ballbesitz, einen ärgerlichen Fehlpass spielte, nutze Spono die Chance und spielte mit einem Konter auf 20:24.

Wenig später zogen die Nottwilerinnen mit 20:25 endgültig davon. Damit war das Spiel bereits entschieden und das Schlussresultat 25:31 nicht mehr überraschend.

Die dritte Meisterschaftspartie steht erst in drei Wochen an. Bis dann wird dem Trainer Thomas Mathys, seinem Assistenten Felix Forster und Teambetreuer Thomas Waldis die Arbeit nicht ausgehen.